Der planmäßige Bau der Gaspipeline Turkish Stream ist ein Beweis dafür, dass die neuen US-Sanktionen gegen Russland sich keineswegs auf das Projekt ausgewirkt haben. Diese Ansicht äußerte der Experte des Fonds für nationale Energiesicherheit Russlands Stanislaw Mitrachowitsch gegenüber dem Portal rueconomics.

Er räumte allerdings ein, dass das Schweizer Unternehmen Allseas, das den Unterwasserteil der Pipeline auf dem Grund des Schwarzen Meeres verlegt, wegen der Kooperation mit Russland unter Strafmaßnahmen im Rahmen der US-Sanktionen fallen könnte. Dem Experten zufolge hat sich die Allseas-Leitung jedoch offensichtlich eine klare Priorität gesetzt und beabsichtigt nicht, den Vertrag mit dem russischen Gaskonzern Gazprom aufzukündigen.

Wie der Vorstandsvorsitzende des Gazprom-Konzerns, Alexej Miller, am Donnerstag mitteilte, hat das Unternehmen bis jetzt 220 Kilometer Rohre für zwei Pipeline-Stränge auf dem Meeresgrund verlegt. Parallel dazu seien auf dem Festlandteil der Pipeline in Russland zwei Kleintunnels fertig gebohrt und Rohre darin platziert worden, so Miller.
Die Gesamtlänge der Gasleitung auf dem Meeresgrund soll 910 Kilometer und auf dem Festland in der Türkei 180 Kilometer betragen. Der erste Strang ist für die Türkei und der zweite für Länder Süd- und Südosteuropas bestimmt. Die Kapazität der Pipeline-Stränge soll je 15,75 Milliarden Kubikmeter pro Jahr betragen.

Wie das Portal berichtet, werden mehrere südeuropäische Staaten russisches Gas im Transitverkehr durch die Türkei beziehen. So wolle Italien auf die Transitlieferung von Gas über die Ukraine verzichten und die Gaslieferungen durch die Pipelines Poseidon und Turkish Stream in Anspruch nehmen. Der italienische Norden soll am Gashub Baumgarten bei Wien an die Pipeline Nord Stream 2 angeschlossen werden. Auch Griechenland, Serbien, Mazedonien und Ungarn haben demzufolge ihr Interesse an der neuen Gas-Route gezeigt.
„Die Anwendung der US-Sanktionen gegen das eine oder andere Unternehmen in der Welt hängt vom Beschluss des US-Präsidenten ab. Donald Trump hat noch nicht die Absicht bekundet, gegen jemanden Repressionen im Rahmen des kürzlich angenommenen Gesetzes anzuwenden“, so Mitrachowitsch.

 

Quelle: Sputnik

 

 

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