An der serbisch-kroatischen Grenze versuchen viele Flüchtlinge, in die Europäische Union zu gelangen. Oft werden sie gefasst und gleich wieder zurückgebracht. Die Polizei wendet dabei offenbar häufig Gewalt an.

Verzweifelt macht sich Hamid Bareksai immer wieder auf den Weg. Bisher waren es 17 Versuche. Doch die Polizei hat ihn jedes Mal gestoppt. Nach eigenen Angaben wurde der junge Afghane dabei mehrfach geschlagen. Trotzdem will er nicht aufgeben, über Kroatien in eine der wohlhabenden Städte im Westen Europas zu gelangen. In Serbien zu bleiben, ist weder für ihn noch für die vielen hundert anderen Flüchtlinge in ähnlicher Lage eine Option.

Laut eines Berichts der Organisation Human Rights Watch gibt es zahlreiche Belege dafür, dass die kroatische Polizei seit Monaten Migranten und Asylsuchende einfach zurück nach Serbien schickt. In vielen Fällen greifen die Sicherheitskräfte demnach auch zu Gewalt, nehmen den Betroffenen ihr Geld weg und zerstören ihre Smartphones. Das Recht, einen Antrag auf Schutzanspruch zu stellen, wird offenbar grundsätzlich verweigert.

Bei einem Besuch in der Grenzregion vergangene Woche bestätigten mehrere Flüchtlinge die Angaben der Menschenrechtler und berichteten von ihren Erlebnissen. Wiederholte Anfragen bei der kroatischen Polizei mit der Bitte um Stellungnahme blieben unbeantwortet.

 

Quelle: Welt