Die militärpolitische Situation in Syrien wird immer mehr von den Regierungstruppen und den russischen Luft- und Weltraumtruppen geprägt. Dank ihres effizienten Zusammenwirkens wurde bei Akerbat, an der Grenze der Provinzen Hama und Homs, eine große Gruppierung der IS-Kräfte eingekesselt.

Der Kessel wird immer enger. Die russische Luftwaffe versetzt jeden Tag Dutzende Schläge gegen die Terroristen.

Bei Akerbat wurden bereits Hunderte Kämpfer samt etlicher Militärtechnik, ihre Feldstäbe, Stützpunkte und Infrastruktur vernichtet. Die syrische Armee hat unter Mitwirkung der russischen Piloten die Höhen in der Nähe der Orte Hsaya und Es-Sawannet unter ihre Kontrolle gebracht.

Um die Flucht der Kämpfer aus dem Kessel zu verhindern, kontrollieren die russischen Fliegerkräfte diesen Raum, wobei unter anderem Drohnen zum Einsatz kommen. Dadurch werden die Panzertechnik und Verkehrsmittel samt schweren Rüstungen der IS-Kräfte geortet und vernichtet. Erst heute wurde ein Betrieb zerbombt, in dem so genannte „Dschihad-Mobile“ gebaut wurden. Und gestern befreiten die Assad-Truppen fünf Orte nördlich der strategisch wichtigen Bergkette Bilas.

 

​Nach der Vernichtung des Akerbat-Kessels werden sich die syrischen Regierungskräfte auf die Offensive bei Deir ez-Zor konzentrieren können. Gleichzeitig werden die IS-Kämpfer in der Provinz Idlib isoliert; es werden auch wichtige Verkehrswege zwischen Aleppo und den Provinzen Damaskus und Latakia entsperrt. Das wäre eine wichtige Voraussetzung für den wirtschaftlichen Wiederaufbau Syriens.

Widerstandsherde

Die Terroristen haben Akerbat mehrere Jahre lang kontrolliert. Viele Experten zweifelten daran, dass Moskau und Damaskus die Situation in absehbarer Zukunft zu ihren Gunsten verändern könnten. Aber hier befindet sich nicht der letzte Kessel: Aus Akerbat fliehen die Terroristen vor allem nach Deir ez-Zor (etwa 300 Kilometer weit), das als letzte IS-Hochburg in Syrien gilt.

Nach Angaben des russischen Verteidigungsministeriums befinden sich insgesamt etwa 9000 IS-Kämpfer in Syrien. Ihre größten Gruppierungen sind im Zentrum des Landes und an den Euphrat-Ufern, an der Grenze zum Irak, konzentriert. Die Terroristen leisten den Assad-Truppen verbissen Widerstand, setzen dabei Artillerie, Panzertechnik und mit Sprengstoff bespickte Drohnen ein. Noch benutzen sie Zivilisten als „lebende Schutzschilder“. Dennoch haben sie keine Chance.
Im Süden des Landes haben die Regierungstruppen nach vielen Gefechten gegen die al-Nusra-Front fünf Orte an der Grenze zu Jordanien unter ihre Kontrolle gebracht.

In der Provinz Damaskus (im Südwesten Syriens) wurde ein Kessel in der Nähe von Kalamun vernichtet. Und im Westen hat die syrische Luftwaffe mehrere Schläge gegen die Stellungen der Terroristen unweit von Salamiya (Provinz Hama) versetzt.

Im Norden (Provinz Aleppo) wurden die Terroristen fast vollständig vernichtet. Bei Rakka haben die Assad-Kräfte die zuvor verlorenen Positionen zurückerobert.

Im Osten intensiviert die syrische Armee unter Mitwirkung der russischen Luft- und Weltraumtruppen die Offensive den Euphrat entlang, in Richtung Deir ez-Zor. Die IS-Kräfte wurden auch bei Ganem-Ali (zwischen Rakka und Deir ez-Zor) zerschlagen, wobei mehr als 800 Terroristen vernichtet wurden.
Im zentralen Teil Syriens haben die Assad-Truppen und ihre Verbündeten den ganzen Raum nördlich von Palmyra befreit (insgesamt etwa 2000 Quadratkilometer). Offensichtlich sind auch die Fortschritte im Osten der Provinz Homs, wo die Regierungskräfte in Richtung Deir ez-Zor erfolgreich vorrücken. Dabei haben sie die Unterstützung des Volksheeres.

Deeskalation und Aussöhnung

Gleichzeitig schreiten die Friedensprozesse in Syrien voran. im Sinne eines am 4. Mai von Russland, der Türkei und dem Iran unterzeichneten Memorandums wurden vier Deeskalationszonen in Syrien eingerichtet. Die Situation dort beobachten zuständige Expertengruppen.

Der russische Generalstab will die Zahl dieser Gruppen allmählich vergrößern. Dabei kommt eine Verletzung der syrischen Integrität nicht in Frage.

Dank der Deeskalationszonen werden im Hinterland der Assad-Truppen immer seltener Diversionen organisiert. Auch die Handelskontakte zwischen verschiedenen Regionen Syriens werden allmählich wiederbelebt. Am Aussöhnungsprozess sind bis dato 2214 Städte und Dörfer landesweit beteiligt. 229 bewaffnete Formationen haben sich mit dem Waffenstillstand einverstanden erklärt. Entsprechende Verhandlungen werden gleich in mehreren Provinzen geführt.
Mit den verhandlungsfähigen Oppositionellen werden schwierige, aber erfolgreiche Verhandlungen in Astana (ohne Beteiligung der USA und der EU) geführt. Dort konnte konstruktives Zusammenwirken mit den situationsbedingten Verbündeten Russlands vereinbart werden.

Russland setzt seine diplomatischen Aktivitäten im Nahen Osten konsequent fort. Erst gestern traf sich der russische Außenminister Sergej Lawrow mit seinem Amtskollegen aus den VAE, Abdallah bin Zayyid Al Nahuyan, mit dem er über die Perspektiven der Terrorbekämpfung verhandelte und dabei Moskaus Interesse an der Koordinierung der Kooperation mit Abu Dhabi im Kontext der Syrien-Regelung bestätigte.

Im Allgemeinen kann man durchaus feststellen, dass der bislang 23 Monate andauernde militärpolitische Einsatz Russlands in Syrien durchaus erfolgreich ist und bleibt.

 

Quelle: Sputnik