Mehrere Hunderte Muslime haben sich am Sonntag vor Myanmars Botschaft im Zentrum der russischen Hauptstadt Moskau versammelt, um gegen die Verfolgung von Rohingyas zu protestieren. Infolge der spontanen Kundgebung, die von den Behörden nicht genehmigt worden war, wurde der Verkehr auf der Bolschaja-Nikitskaja-Straße zeitweilig lahmgelegt. Die Polizei verstärkte die Überwachung der Botschaft. Es kam aber zu keinen Vorfällen.

Das Oberhaupt der russischen Teilrepublik Tschetschenien, Ramsan Kadyrow, kündigte für den kommenden Montag um 11 Uhr Ortszeit in Grosny eine große Kundgebung für Rohingyas an. Daran könnten voraussichtlich Tausende Muslime teilnehmen.

Nach der Gewaltwelle in der Provinz Rakhine in Myanmar sind bis zum Sonntagmorgen ungefähr 73.000 Menschen ins Nachbarland Bangladesch geflohen. Hunderte weitere Menschen seien noch auf dem Weg über die Grenze, teilte das UN-Flüchtlingshilfswerk UNHCR mit. Die Zahl basiere auf Schätzungen von Zeugen sowie örtlichen und internationalen NGOs, die sich im Südosten von Bangladesch um die geflohenen Rohingyas kümmern, sagte Joseph Tripura, UNHCR-Sprecher in Dhaka.

Seit Ausbruch der Gewalt in Myanmar am 25. August sind rund 400 Menschen getötet worden. Muslimische Rohingyas fliehen zu Tausenden ins muslimische Bangladesch. Viele sitzen ohne Unterkunft, Nahrung oder Sicherheit in der Grenzregion fest. Dutzende sind bei Bootsunglücken auf dem Grenzfluss Naf gestorben.

Nach Angaben der Geflüchteten hatten Sicherheitskräfte in Myanmar Zivilisten angegriffen, ihre Häuser niedergebrannt und sie aus Rakhine vertrieben. Das Militär gab an, es habe auf gezielte Angriffe von Aufständischen auf Polizeiposten und Militärstandorte reagiert.

Die große Mehrheit der Einwohner von Myanmar sind Buddhisten. Rund eine Million muslimische Rohingyas werden in dem Land ausgegrenzt, weil die örtlichen Behörden die Muslime nicht als Staatsbürger anerkennen.

 

Quelle: RT