Warschau rechnet laut dem polnischen Außenminister Witold Waszczykowski mit einer Entschädigung in Höhe von einer Billion US-Dollar (umgerechnet etwa 840 Milliarden Euro) aus Deutschland.

Genaue Berechnungen seien zwar mehr als 70 Jahre lang nicht erfolgt, sagte Waszczykowski am Montag dem Radiosender RFM FM. Tatsache sei aber, dass das Land im Zweiten Weltkrieg „komplett zerstört“ worden sei, was Polen das Recht gebe, mit einer so großen Entschädigung zu rechnen.

„Wir sollten uns zu einem ernsten Gespräch mit den Deutschen zusammensetzen und gemeinsam überlegen, wie man das Problem lösen kann“, sagte der polnische Außenminister.

Ende August hatte Polens Ministerpräsidentin Beata Szydło mitgeteilt, dass die Regierung noch keine endgültige Entscheidung bezüglich der Reparationszahlungen durch Deutschland getroffen habe. Warschau wolle nach den politischen Diskussionen Verhandlungen auf der diplomatischen Ebene führen.
Zuvor war berichtet worden, dass der polnische Verteidigungsminister Antoni Macierewicz sagte, sein Land habe nie auf Entschädigungen durch Deutschland verzichtet, weil es aus rechtlicher Sicht alle Gründe habe, solche Zahlungen zu fordern. Die Bundesregierung gab indes zu verstehen, dass die Frage der deutschen Entschädigungen an Polen endgültig abgeschlossen ist.

Polen will laut der polnischen Regierungspartei PiS Kriegsreparationen nicht nur von Deutschland, sondern auch von Russland fordern – und zwar für den Friedensvertrag von Riga aus dem Jahr 1921, der den Polnisch-Sowjetischen Krieg von 1919 bis 1921 beendete.

 

Quelle: Sputnik

 

 

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