Der russische Politologe Wadim Kolesnitschenko meint, dass die EU nach einem Anlass zum Stopp der Sanktionen gegen Russland sucht. Am Dienstag hat Bundesaußenminister Sigmar Gabriel nicht ausgeschlossen, dass ein solcher Schritt erfolgen kann, wenn wie von Wladimir Putin vorgeschlagen UN-Friedenstruppen in den Donbass entsendet werden.

„Das Thema von Friedenstruppen hat zweifelsohne eine wichtige Bedeutung bei der Entflechtung von Kriegsparteien“, sagte Kolesnitschenko in einem Sputnik-Interview. Er ist der Vorstandsvorsitzende des internationalen Rats der russischen Landsleute und betonte: „Wenn dies erfolgt, wird das zum Eingeständnis, dass in der Ukraine gerade ein Bürgerkonflikt und kein Konflikt zwischen der Ukraine und Russland, wie man dies in Kiew darzustellen versucht, läuft.“ Diese politische Schlussfolgerung sei äußerst wichtig.
Was die Sanktionen betreffe, wolle Europa diese selbst schnellstmöglich loswerden, so der Experte. Die Strafmaßnahmen hätten der europäischen Wirtschaft einen großen Schaden zugefügt, während Russland gar nicht so hart betroffen worden sei. „Um das Gesicht jedoch zu retten, braucht Europa einen gewissen Trick, der helfen würde, die Sanktionen fallen zu lassen“, betonte Kolesnitschenko.

Gabriel begrüßte am Dienstag die Initiative des russischen Präsidenten Wladimir Putin zur möglichen Entsendung von UN-Friedenstruppen in den Donbass. Der deutsche Außenminister sprach sich dafür aus, die Chance zu nutzen, um einen dauerhaften Waffenstillstand zu erreichen.
Präsident Putin hatte zuvor am selben Tag am Rande des Gipfels der BRICS-Staaten im chinesischen Xiamen erklärt, seine Regierung bereite eine Resolution für den UN-Sicherheitsrat vor, um den Einsatz einer UN-Friedensmission im Donbass zu ermöglichen. Die Blauhelme sollen demnach die Sicherheit der OSZE-Beobachtermission an der Kontaktlinie zwischen der ukrainischen Armee und den Volkswehren der selbsternannten Volksrepubliken Donezk und Lugansk in der Ost-Ukraine gewährleisten.

 

Quelle: Sputnik