Die US-geführte Anti-IS-Koalition hat im März bei der Operation zur Befreiung von Rakka das internationale humanitäre Recht verletzt. Dies geht aus dem 14. Bericht der Unabhängigen internationalen UN-Untersuchungskommission zu Syrien hervor.

Der Bericht umfasst den Zeitraum vom 1. März bis 7. Juli 2017.

„Die Kommission ist über den Einfluss der Luftschläge der Kräfte der internationalen Koalition auf das Leben von Zivilisten besorgt“, heißt es im Bericht. „In Al-Dschinnah, in Aleppo haben die US-Kräfte keine ausreichenden Maßnahmen zum Schutz von Zivilisten und Objekten der zivilen Infrastruktur bei der Attacke auf die Moschee ergriffen, was eine Verletzung des internationalen humanitären Rechts ist.“

Das Vorgehen der Syrischen Demokratischen Kräfte und der internationalen Koalition zur Befreiung von Rakka von Kämpfern der Terrormiliz Islamischer Staat (IS, auch Daesh) führte dem Bericht zufolge dazu, dass 190.000 Menschen gezwungen worden seien, ihre Häuser zu verlassen. Die eigentlichen Luftschläge der Koalition sollen zudem zum Tod und zur Verletzung von zahlreichen Zivilisten geführt haben.
Zugleich betonten die Autoren des Berichts, dass die Ermittlungen zu Menschenrechtsverletzungen in Syrien weiterhin laufen würden.

In dem Bericht wird außerdem die sogenannte „Vereinbarung über vier Städte“ (Foua, Kefraya, Madaya und Al-Zabadani) scharf kritisiert, die die Evakuierung von Einwohnern aus den belagerten Bezirken vorsah. Aus Sicht der Verfasser des Berichts führten diese Vereinbarungen „zur Zwangsumsiedlung von Menschen“, was als „Kriegsverbrechen“ einzustufen sei.

 

Quelle: Sputnik