Russland und die EU sind laut dem scheidenden EU-Botschafter in Russland, Vygaudas Usackas, in eine neue Phase ihrer Beziehungen eingetreten.

So sagte Usackas, es gebe zwar Meinungsverschiedenheiten, jedoch werden Berührungspunkte in den Positionen immer sichtbarer.
Beim Abschiedsabend in Moskau anlässlich seiner Amtsabgabe als EU-Botschafter in Russland äußerte er, dass die vier Jahre seiner Arbeit auf diesem Posten für ihn „eine große berufliche Herausforderung“ gewesen seien. Laut Usackas hat „niemand erwartet“, dass die Beziehungen zwischen der EU und Russland auf solch einem Tiefpunkt sein werden.

„Statt gemeinsamen Handelns sind wir in eine Situation des Widerstandes, tiefer Meinungsverschiedenheiten und sogar eines Konfliktes geraten“, erklärte der Botschafter.

Er und sei Team hätten alles getan, was sie gekonnt, aber nicht alles, was sie gewollt haben.

„Wir haben alles von uns Abhängige getan, um die universalen Werte und Prinzipien eines friedlichen Zusammenseins zu schützen, um die Brücken und Bindungen zwischen unseren Völkern zu erhalten“, so Usackas weiter.

Er hoffe, dass das Schwierigste nun überstanden sei und dass man eine neue Richtung der Beziehungen eingeschlagen habe.

„Leider bleibt immer noch eine ganze Reihe von Meinungsverschiedenheiten, nicht nur in der Ukraine-Frage. Gleichzeitig sehen wir immer mehr und mehr Berührungspunkte.“

Die Beziehungen zwischen dem Westen und Russland haben sich im Jahr 2014 im Zuge der Ukraine-Krise rapide verschlechtert. Kiew beschuldigte Moskau wiederholt der Einmischung in die innerukrainischen Angelegenheiten.
Russland nannte alle Vorwürfe inakzeptabel. Moskau erklärte wiederholt, dass es keine Konfliktpartei im Konflikt im Osten der Ukraine sei und keine Verantwortung für die Krise im Donbass trage. Mehr noch, es sei vollstes russisches Interesse, dass die Ukraine wieder ihren Weg zu Stabilität und Wohlstand finde und sowohl die wirtschaftliche als auch die politische Krise überwinde.

 

Quelle: Sputnik