LONDON. Das Vereinigte Königreich will Medienberichten zufolge die Einwanderung aus EU-Ländern nach dem Brexit stark einschränken. Die britische Zeitung The Guardian veröffentlichte ein entsprechendes Strategiepapier des Innenministeriums. Ein Regierungssprecher wollte zunächst keine Stellung beziehen. „Wir kommentieren keine durchgestochenen Dokumente“, erklärte er auf Anfrage der Nachrichtenagentur dpa. Konkrete Vorschläge zur Einwanderungspolitik werde man erst im Herbst präsentieren.

Beschränkung der Aufenthaltsgenehmigung

Das Innenministerium fordert dem Bericht zufolge, die Einwanderung von geringqualifizierten EU-Bürgern zu begrenzen. Ihre Aufenthaltsgenehmigung soll auf zwei Jahre beschränkt werden. Hochqualifizierte Arbeitskräfte aus dem Ausland dürften drei bis fünf Jahre bleiben. Auch beim Familiennachzug wolle das Innenministerium Änderungen vornehmen. So soll dieser auf Lebenspartner, Kinder unter 18 Jahren und erwachsene Unterhaltsberechtigte beschränkt werden.

Ziel sei die schrittweise Einführung eines neuen Einwanderungssystems, um die Kontrolle über die Grenzen zurückzuerlangen. Einwanderung solle künftig nicht mehr nur den Zuwanderern nutzen, sondern wertvoll für das gesamte Land werden, heißt es in dem Dokument. Für die vollständige Umsetzung der Regelungen sei eine Frist von mindestens zwei Jahren nach dem Brexit vorgesehen.

Großbritannien wird Ende März 2019 die Europäische Union verlassen. Im Land leben rund 3,6 Millionen EU-Ausländer. Die meisten von ihnen arbeiten im Niedriglohnsektor.

 

Quelle: Junge Freiheit

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