Der russische Präsident Wladimir Putin hat in seiner ersten Amtsperiode zum Westen gestrebt. Jener machte jedoch einen Fehler, indem er Russland nicht als Partner akzeptierte. Diese Meinung äußerte der amerikanische Diplomat James Collins gegenüber dem weißrussischen Portal „Tut.by“.

Collins, der von 1997 bis 2001 als US-Botschafter in Russland tätig war, betonte, dass der russische Präsident Wladimir Putin aufgrund gemeinsamer Interessen mit dem Westen habe zusammenarbeiten wollen, jedoch eine Absage bekommen habe.

„Um zu verstehen, wie ernst die Botschaft über seine Bereitschaft war, mit uns zu arbeiten, lesen Sie, was er bei seinem Texas-Besuch gesagt hat. Das war das erste Mal, dass der russische Staatschef gesagt hat, dass er die USA für keinen Feind hält. Sogar Präsident Jelzin hat, soweit ich weiß, so etwas nicht gesagt“, betonte Collins.

Weiter verwies der Diplomat darauf, dass der Westen aus Sicht des russischen Präsidenten die Idee, wonach „wir alle jetzt Teilnehmer einer Gemeinschaft sind“, nicht akzeptiert habe. In diesem Zusammenhang nannte Collins den Rücktritt der USA aus dem Vertrag zwischen ihnen und der Sowjetunion zur Begrenzung von Raketenabwehrsystemen (Anti-Ballistic Missiles, ABM) und das Vorgehen im Irak. Russland habe dies so interpretiert, dass Washington keinen Partner in Moskau sehe.
In Bezug auf die „Richtigkeit“ dieser Einschätzung durch die Russen sagte Collins: „Ich denke, sie hatten weitgehend Recht“. Die USA verpassten ihm zufolge viele Möglichkeiten, um einen Dialog zu verbessern.

Zudem sagte er: „Ich denke, dass man in Russland gedacht hat, dass es einen großen Deal gegeben hat. Aus der Sicht von Jelzin: Ich habe das Imperium zerstört, neue Beziehungen zu neuen Staaten aufgenommen… Dafür erwarte ich, dass ihr uns unsere Zukunft, Wirtschaft und Sicherheit aufbauen lasst und unsere zeitweilige Schwäche in eurem Interesse nicht ausnutzen werdet.“

Die USA hätten aber in den 1990er und 2000er Jahren die Schwäche der Russen ausgenutzt und die Nato erweitert. Ein solches Vorgehen der USA war Collins zufolge ein Fehler:
„Und Russland hat dies für einen Verstoß gegen den Deal gehalten.“

Außerdem kritisierte der ehemalige US-Botschafter in Russland die jüngsten Sanktionen gegen Moskau. „Jegliche Sanktionen vom Kongress sind ein schlechte Idee. Sie werden leicht eingeführt, aber sehr schwer abgeschafft.“

 

Quelle: Sputnik