Aufgeschreckt von den neusten amerikanisch-nordkoreanischen Drohgebärden wollen zahlreiche asiatische Staaten wie etwa Japan oder Südkorea Militärtechnik für Millionen-Summen einkaufen: Kampfjets, Raketenabwehrsysteme und anderweitiges teures Gerät. Das Land, das all dies liefern soll, steht wohl auch schon fest – die USA.

Nach Angaben des „Stockholm International Peace Research Institute“ (SIPRI) wächst der internationale Waffenhandel seit 2001 unaufhörlich. Ein Land führt mit Abstand in dieser Domäne – die Vereinigten Staaten. Ihr Anteil am globalen Waffenmarkt soll zwischen 2011 und 2015 auf 33 Prozent gestiegen sein – zwischen 2006 und 2010 lag er demzufolge noch bei 29 Prozent.

Nach eigenen Angaben verkauften die USA im Jahr 2015 Waffen im Wert von 47 Milliarden Dollar an andere Länder, was 15 Milliarden mehr ist als im Jahr davor. Dabei ist es kein Einzelfall, sondern eine Tendenz über Jahre hinweg – im Jahr 2005 verkaufte das Land noch Waffen für lediglich 8,6 Milliarden, was im Vergleich zu den heutigen Waffenlieferungen fast schon mickrig erscheint.
Der serbische Militäranalyst und Kolumnist der Zeitung „Politika“ Miroslav Lazanski betonte in einem Interview für Sputnik, dass jeder Konflikt in der Welt ein Geschenk für die Rüstungsindustrie der größten waffenproduzierenden Staaten sei.

Nach seiner Einschätzung verdienen etwa die Vereinigten Staaten an jedem Konflikt in der Welt etwa 20 bis 25 Milliarden Dollar – und die Korea-Krise werde hier sicherlich zu keiner Ausnahme.

Lazanski fügte hinzu, dass beispielsweise allein der saudisch-iranische Konflikt – der wohlgemerkt noch nicht einmal „heiß“ geworden sei, sondern sich bislang nur auf Drohgebärden beschränkt habe – Washington mindestens 65 Milliarden Dollar beschert habe. Genau für diese Summe hätten die Saudis als Reaktion Waffen bei der amerikanischen Rüstungsindustrie eingekauft.

Allerdings könne man sich hierbei auch deutlich verkalkulieren, warnte der Experte.

„Es kam vor, dass sie (die USA – Anm. d. Red.) Milliarden und eine immense Zahl an Soldatenleben verloren haben. So war es in Vietnam und sogar in Afghanistan. Dieser Krieg kostete ihnen mehrere Billionen Dollar, verdient haben sie aber nichts“, erklärte Lazanski.

Der Krieg im Irak sei wiederum vorteilhaft für die Amerikaner gewesen, schließlich habe sich das Land in eine „private Tankstelle der Familie Bush“ verwandelt, betonte der Analyst.
Mehr noch, für jede abgeschossene Kugel und Rakete, für jeden verbrauchten Liter Benzin habe im Endeffekt der Irak selbst zahlen müssen, sodass die USA im Prinzip „keinen einzigen Cent“ für diesen Kriegseinsatz gezahlt hätten.

Ähnlich profitabel sei der Krieg in Libyen gewesen: „Sie beschlagnahmten Konten, auf denen über 250 Milliarden aus dem libyschen Staatsbudget gewesen sind. Im Prinzip war es also so, dass der Krieg gegen Libyen von Libyen bezahlt wurde“, hob Lazanski hervor.

Nicht nur die USA, sondern auch Großbritannien und Frankreich hätten so gehandelt.

In diesem Zusammenhang verwies der Experte auf die Veröffentlichung eines bislang geheimen Dokuments aus dem britischen Nationalarchiv – eines Briefes von Alan Clark, Minister im Thatcher-Kabinett. In diesem bezeichnete jener den Angriff des Irak gegen Kuweit im Jahr 1991 und den erwarteten Gegenschlag der USA als eine „nie dagewesene Möglichkeit“ für den Waffenexport.

Und so stelle sich die Frage, ob die aktuelle Nordkorea-Krise auch zu einer „nie dagewesenen Möglichkeit“ für die Rüstungsindustrie bestimmter Staaten werden könnte.

Die Frage sei eher rhetorisch zu verstehen – die Antwort kenne man schließlich.

 

Quelle: Sputnik