Allein in den vergangenen zwei Wochen seien 290.000 Rohingya vor Ausschreitungen ins Nachbarland geflohen. Dies teilt die Agentur Reuters unter Berufung auf  Entwicklungshelfer der Vereinten Nationen am Samstag.

Es wird berichtet, dass zwei Flüchtlingslager in Cox’s Bazar im Südosten von Bangladesch  aus allen Nähten platzten.  Laut den Iformationen leiden die meisten Ankommenden Hunger und Durst und sind traumatisiert. Viele Rohingya sollen sich noch in den Bergen auf dem Weg in die Flüchtlingslager befinden.

Hinzu kommen massive Probleme der Hilfsorganisationen vor Ort, die bereits für Versorgungsengpässe sorgten. Das Welternährungsprogramm (WFP) hat seine Arbeit in Myanmar bereits Mitte Juli eingestellt, da die Organisation nach eigenen Angaben die Sicherheit ihrer Mitarbeiter nicht mehr gewährleisten konnte. Die Regierung von Aung San Suu Kyi und das Militär werfen Hilfsorganisationen vor, die Rohingya-Rebellen zu unterstützen.

Nun sprang das Rote Kreuz auf Myanmars Seite in der Grenzregion ein, das unter anderem die Auslieferung der Hilfsgüter übernimmt. Australiens Außenministerin Julie Bishop kündigte an, Hilfen im Umfang von bis zu vier Millionen Dollar zur Verfügung zu stellen.

Die jüngsten Ausschreitungen wurden von koordinierten Angriffen am 25. August auf Dutzende Polizeiwachen sowie eine Armeekaserne durch Aufständische der Rohingya ausgelöst. Bei den Kämpfen starben bisher mindestens 400 Menschen. Viele Geflohene berichteten von Brandstiftungen und Tötungen in ihrer Heimat.

Nach den Angaben, leben 1,1 Millionen Rohingya im überwiegend buddhistischen Myanmar. Ihnen wird die Staatsangehörigkeit verweigert, zudem ist ihre Reisefreiheit eingeschränkt.