Russland hat in den letzten Jahren seine Präsenz in der Arktis verstärkt, was nach Meinung westlicher Experten bei der Nato Besorgnis hervorrufen muss.

Aus einem aktuellen Bericht des britischen Analysezentrums „Henry Jackson Society“ geht hervor, dass Russland seit dem Jahr 2014 seine Position in der Arktis zunehmend gefestigt habe, was den Nato-Mitgliedsstaaten Befürchtungen einflößen müsse, schreibt die britische Zeitung „The Independent“.
Russland „nutzt die Naturressourcen der Arktis“ intensiv und stelle zugleich eine neue Eisbrecher-Flotte auf, es habe ferner ein Frühwarn-Radarsystem stationiert und baue die Flugplätze wieder auf, die auf der Nordinsel Nowaja Semlja, in Tiksi an der Nordpolarküste, in Workuta am Nordende des Uralgebirges und in Anadyr auf der nordöstlichen Tschuktschen-Halbinsel gelegen sind.

Der Leiter des Zentrums für Russland-Studien bei „Henry Jackson Society“, Andrew Foxall, sagte dazu: „In den zurückliegenden zehn Jahren hat Russland seine militärischen Möglichkeiten in der Arktis in einem weitaus größeren Maßstab ausgeweitet, als der Westen im selben Zeitraum insgesamt.“

In dem Bericht wird zugleich darauf hingewiesen, dass die Nato „eine eigene Arktis-Strategie beschließen“ müsse, um zu versuchen, das Versäumte nachzuholen.

Die Berichtverfasser sind der Auffassung, dass das Arktisgebiet heutzutage zu einer neuen „potentiellen Konfliktzone“ werden könne, weil der laufende Klimawandel Plateaugletscher wegtauen lasse und damit die Nutzung der Naturressourcen der Region erleichtere.

In einem Kommentar des britischen Parlaments zum Bericht des Analysezentrums heißt es: „Wir dürfen die militärische Aufstockung Russlands in der Arktis nicht länger ignorieren. Das Eis taut und es entstehen neue kommerzielle Möglichkeiten in der Region.“

Russland erschließt intensiv seine nördlichen Gebiete, einschließlich der dortigen Öl- und Gasfelder, und entwickelt den Nördlichen Seeweg weiter, der zunehmend eine Alternative zu den traditionellen Routen von Europa nach Asien bietet. Ein ganzer Komplex von Maßnahmen, auch militärischen, soll die Interessen Russlands in der Arktis schützen.

 

Quelle: Sputnik