Die russischen Behörden werden die Arbeitsbedingungen für die Auslandseinrichtungen Russlands in den USA und der USA in Russland dem Paritätsprinzip vollständig anpassen, schreibt die Zeitung «Kommersant» am Dienstag.

Wie Außenminister Sergej Lawrow jüngst auf einer Pressekonferenz zum Abschluss seines Besuchs in Jordanien sagte, analysiert man in Moskau „die Bedingungen, unter denen die US-Einrichtungen in Russland und die russischen Einrichtungen in den USA arbeiten“, und wird entsprechende Entscheidungen treffen. Er erinnerte daran, dass Moskau die Amerikaner unlängst aufgefordert habe, die Zahl ihrer Diplomaten in Russland der Zahl der russischen diplomatischen Mitarbeiter in den USA anzupassen, und dabei „guten Willen gezeigt“ und in diese Zahl auch die Mitarbeiter der russischen Vertretung bei der UNO inkludiert habe.

„Die Vereinigten Staaten haben aber unsere Geste des guten Willen ‚übersehen‘ und gesagt: ‚Die Russen wollen Parität und sollen deshalb eines ihrer Generalkonsulate schließen, denn wir haben in Russland nur drei Generalkonsulate‘“, so der Chefdiplomat. „Aber wenn die USA die Parität zum Kriterium gemacht haben, wird Russland entsprechend vorgehen.“

Zuvor hatte der russische Präsident Wladimir Putin erklärt, für die „absolute Parität“ sollte die Zahl der US-Diplomaten in Russland nochmals um 155 reduziert werden (so viele Russen arbeiten in der Vertretung bei der UNO in New York). Laut diplomatischen Quellen lässt sich dieser Schritt nicht ausschließen, aber es werde auch an anderen möglichen Varianten gearbeitet.

Erstens könnte die Zahl der Kontrollstellen gekürzt werden, durch die die US-Diplomaten nach Russland einreisen dürfen. „Russland hat derzeit mehr solche Punkte für die Amerikaner, als sie für uns haben“, so ein Insider. Dabei könnte Russland aber zwei neue Einreisepunkte für die Amerikaner eröffnen, und zwar in Sewastopol und Simferopol auf der Krim.

Zweitens könnte die Zahl der US-Diplomaten verringert werden, die ein gewisses Gebiet in der Umgebung der jeweiligen diplomatischen Vertretung frei verlassen dürfen. Für die russischen Diplomaten in den USA beträgt dieses Gebiet 25 Meilen (etwa 40 Kilometer). Dabei hatten die Amerikaner zuvor alle russischen Diplomaten im Rang eines Beraters und höher zur Bewegungsfreiheit berechtigt. Dieselbe Regel gilt auch für die Amerikaner in Russland. Aber die Zahl der höherrangigen US-Diplomaten in Russland ist höher, und das entspricht nach Einschätzung Moskaus ebenfalls nicht dem Paritätsprinzip.

Und schließlich könnten die US-Missionen in Moskau und anderen Städten ihre speziellen Parkplätze in der Umgebung von Gebäuden der US-Vertretungen verlieren. In den USA gibt es keine speziellen Parkplätze für die Fahrzeuge russischer Diplomaten.

 

Quelle: Sputnik