Völlig überraschend kauft das Nato-Land Türkei in Russland modernste Raketenabwehrsysteme S-400. Ankara ist verärgert, weil die USA Waffen an Kurden liefern und Fethullah Gülen, der hinter dem Putsch von 2016 stecken soll, nicht ausliefern, wie der Sender N24 am Mittwoch berichtet.

Der Deal heizt die Sorgen über eine Orientierung in Richtung Moskau an. Und trotzdem lehnt die Bundeskanzlerin Angela Merkel einen generellen Stopp der Rüstungsexporte in die Türkei ab. Genau das fordern aber die Grünen. Laut Außenminister Gabriel liegt bereits ein Großteil der Waffenausfuhren in die Türkei auf Eis, hieß es in dem Beitrag.

Laut Jürgen Hardt (CDU) sind die Nato-Partner gut beraten, wenn sie untereinander Ausrüstung liefern, weil dann auch in Krisenzeiten sichergestellt sei, dass entsprechende Ersatzteile und Wartung möglich seien.
Die Nato-Raketen Patriot will Erdogan laut N24 auch aus einem anderen Grund nicht. Die S-400 wurde 2005 eingeführt, die 50 Jahre alte Patriot wurde 2001 modernisiert. Die russischen Anlagen schießen auf 400 Kilometer Distanz, die Patriot auf nur 45 Kilometer. Die S-400 treffen zwischen zehn Metern und 53 Kilometer Höhe, die Patriot in zehn bis 15 Kilometer Höhe.

„Das S-400-System ist technisch überlegen und die russische Regierung kann sich jetzt natürlich damit brüsten, dass es ihr gelungen ist, einen Verbündeten der Nato aus der Allianz herauszubrechen“, sagte der deutsche Sicherheitsexperte Markus Kaim.
Die russischen Raketen sind in das Nato-System nicht integrierbar. Aber selbst die Deutschen haben sich gegen Patriot entschieden. Sie setzen auf die europäische Neuentwicklung MEADS, die laut dem Sender deutlich mehr als die russischen Raketen können soll.

 

Quelle: Sputnik