Die Zahl der gewaltorientierten Salafisten in Berlin ist nach Angaben der Behörden auch in diesem Jahr weiter gestiegen. Es wird bereits von 410 bekannten Salafisten in der Hauptstadt ausgegangen, während es im letzten Jahr noch 380 waren und „nur“ 200 in 2013. rbb24 meldet, dass dies aus einer Antwort der Senatsinnenverwaltung hervorgeht.

Dieser Trend könnte dabei laut der Meldung auch auf ganz Deutschland ausgeweitet werden. In der Mitteilung, die eine Antwort der Senatsinnenverwaltung auf eine parlamentarische Anfrage des Berliner SPD-Abgeordneten Tom Schreiber war, wird betont, dass bundesweit im Jahr 2012 den Behörden 400 Salafisten bekannt waren – heute sind es bereits etwa 880.

Der Verfassungsschutz zählt den Salafismus zu den größten Gefahren im Zusammenhang mit der Verbreitung des Terrorismus in Deutschland. Diese radikale Ausprägung des Islam sei der wichtigste Nährboden für das Wachsen der islamistischen Strömung in Deutschland.
Aus einer weiteren bereits am Samstag veröffentlichten Mitteilung geht zudem hervor, dass seit 2012 mehr als 120 Salafisten aus Berlin nach Syrien oder Irak gereist sind, um dort für den „Islamischen Staat“ (IS) zu kämpfen.

Die Zahl ist allerdings deutlich rückläufig. Die meisten Salafisten reisten im Jahr 2013 in die Unruheregion – damals waren es 36, in diesem Jahr dagegen nur fünf.

Der SPD-Politiker forderte, im Kampf gegen den Terrorismus daher auf entschlossene Maßnahmen gegen die Salafisten vor Ort zu setzen.

«Das Wichtige ist, dass wir das Netzwerk aus Prävention und Repression ausbauen», betonte Schreiber.

Man solle beispielsweise das Landesprogramm zur Deradikalisierung stärken sowie besonders aufmerksam die Stimmung in den Gefängnissen überwachen, da sich immer mehr Terrorverdächtige dort aufhalten. Darüber hinaus müsse die Polizei vor Ort mehr wissen, wo sogenannte islamistische Gefährder wohnen.

 

Quelle: Sputnik