Die SPD hat sich erstaunt und empört gezeigt über die Absage der Bundeskanzlerin Angela Merkel, ein zweites TV-Duell mit ihrem SPD-Herausforderer Martin Schulz abzuhalten, das er vorgeschlagen hatte. Dies berichten deutsche Medien am Mittwoch.

Schulz hatte seinen Vorschlag mit dem Wunsch begründet, auf die Probleme eingehen zu wollen, die beim TV-Duell vom 3. September nicht angesprochen worden seien. Er habe viele entsprechende Briefe und Anrufe von Bürgerinnen und Bürgern bekommen, erläuterte Schulz.
Der SPD-Kanzlerkandidat zeigte sich unter anderem über die Art und Weise empört, in der sein Brief, den er an die Bundeskanzlerin persönlich gerichtet hatte, beantwortet wurde. Die Ablehnung sei jedoch von der CDU-Zentrale gekommen.

„Ich bin immer noch davon ausgegangen, dass das Bundeskanzleramt nicht die Parteizentrale der CDU ist, sondern eine Einrichtung, die dem Land dient“, äußerte er und kritisierte die „Überlappung von Parteiinteressen und Staatsaufgaben“.

Merkels Absage zeuge von „mangelndem Respekt vor den Bürgerinnen und Bürgern und der demokratischen Auseinandersetzung“, sagte der SPD-Generalsekretär Hubertus Heil. Die Bundeskanzlerin verweigere die Debatte über die Zukunft der Bildung, der Rente, der Pflege und der Digitalisierung. „Frau Merkel kneift“, beanstandete er das Verhalten der Bundeskanzlerin.
Der SPD-Fraktionschef Thomas Oppermann sprach ebenfalls von Merkels „Unsouveränität“: Der einstige SPD-Kanzlerkandidat Gerhard Schröder habe doch zwei TV-Duelle absolviert, Barack Obama habe einmal als US-Präsidentschaftskandidat sogar an drei TV-Duellen teilgenommen. „Merkel traut sich nur in eins. Warum so unsouverän?“ twitterte er.

 

 

Quelle: Sputnik