Der Politologe und Chef des russischen Instituts für Globalisierung und soziale Bewegungen, Boris Kagarlizki, hat den US-Präsidenten Donald Trump als eine Übergangsfigur bezeichnet. Seiner Ansicht nach wird das Phänomen „Trumpismus“ unvermeidlich verfallen.

„Meiner Meinung nach ist Trump eine Übergangsfigur, die ein Modell der früheren Entwicklung verkörpert. Er wird höchstwahrscheinlich unfähig sein, ein vollwertiges Projekt einer neuen Entwicklung vorzulegen und umzusetzen», sagte er bei der Vorstellung des Berichtes „Globale rechte Revolte: der Trumpismus und seine Basis», der von dem internationalen Diskussionsklubs „Waldai» vorgelegt worden war.

Der Trumpismus werde zwar von Widersprüchen zerrissen, er „verkörpere» klassengebundene, soziale und kulturelle Widersprüche. Das werde jedoch nicht unbedingt den Verfall dieser Erscheinung verursachen, so der Politologe.

„Das heißt, in der Perspektive ist der Verfall des Trumpismus unvermeidlich. Wie schnell das aber eintreten wird, ist jedoch eine große Frage. Das hängt von sehr vielen Umständen ab», sagte Kagarlizki. Allerdings sehe er keine Möglichkeit für einen drastischen Verfall des Trumpismus, mit der sehr viele Menschen rechnen würden.

Zudem werde die bestehende Situation „der Unbestimmtheit, Instabilität und der politischen Turbulenzen» die Welthegemonie der USA — aber nicht die US-amerikanischen Aktivitäten weltweit — schwächen, betonte der Politologe. Trumps Amtszeit könne neue politische Kräfte ins Leben rufen, die bei den nächsten Wahlen gegeneinander kämpfen würden.

„Ich glaube, uns stehen noch drei sehr ‚lustige‘ Jahre bevor, und diese drei Jahre werden für Amerika sehr dramatisch sein», sagte der Politiloge abschließend.