Tel Aviv. Die israelische Armee gilt zwar nach wie vor als eine der besten weltweit. Will man ihren eigenen Verlautbarungen glauben, steckt sie aber in ernsthaften strukturellen Schwierigkeiten. Es gibt nämlich begründete Sorgen um die sinkende Motivation junger Rekruten, in Kampfeinheiten zu dienen. Um diesem Trend zu begegnen, sollen Kampfsoldaten vom kommenden Jahr an mehr Geld erhalten und außerdem mit Bildungsstipendien belohnt werden.

Der israelische Armeesprecher, Oberstleutnant Jonathan Conricus, erklärte jetzt dazu gegenüber der Nachrichtenagentur dpa: „Wir beobachten in den letzten Jahren den Trend, daß weniger und weniger junge Israelis bereit sind, in die kämpfenden Einheiten einzutreten.“ Dies sei eine „Herausforderung” für Israels Militär.

Um neue Anreize zu schaffen, werde nun das monatliche Gehalt von Kampfsoldaten vom 1. Januar an von 1600 auf 2000 Schekel (umgerechnet rund 480 Euro) aufgestockt. Außerdem sollen sie Geschenkkarten erhalten. Einige Soldaten werden außerdem nach ihrem Militärdienst eine Universitätsausbildung ihrer Wahl finanziert bekommen. Damit solle „die Wichtigkeit ihres Armeedienstes veranschaulicht werden”, unterstrich Conricus.

Nach Angaben der israelischen Nachrichtenseite „ynet” wollten im Juli 67 Prozent der israelischen Rekruten in Kampfeinheiten dienen. Dies sei die niedrigste Zahl seit einem Jahrzehnt. Im Jahr 2010 hätten noch 80 Prozent der Rekruten ihren Dienst in Kampfeinheiten angetreten.

 

Quelle: Zuerst