Im Endspurt des Wahlkampfs zieht Angela Merkel die nächste Trumpfkarte. Diesmal hat es die Kanzlerin auf die Pflegekräfte abgesehen.

Berlin — Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) strebt eine bessere Bezahlung für Pflegekräfte an. Die derzeitige Entlohnung sei «im Hinblick auf die Belastungen, die dieser Beruf mit sich bringt, nicht angemessen», sagte Merkel der Bild am Sonntag. Ein Teil des Lohnunterschieds zwischen Männern und Frauen hänge in Deutschland auch mit der unterschiedlichen Bewertung der Berufe zusammen — «also zum Beispiel Pflegeberufe im Vergleich zu Mechatronikern oder Elektriker», sagte Merkel. «Wir müssen daran arbeiten, dass die Gehälter schrittweise weiter steigen.»

Verbesserungsbedarf sieht Merkel noch in einem anderen Punkt: «Viele Pflegekräfte sagen uns: Wir würden viel lieber mehr Zeit für die Menschen haben.» Deshalb müsse auch der Personalschlüssel überarbeitet werden.

Derzeit sind in der Pflege viele Stellen unbesetzt. Im Juli hatte das Bundeskabinett eine Erhöhung des Mindestlohns für Pflegekräfte verabschiedet. Der Mindestlohn soll am Jahreswechsel im Westen auf 10,55 und im Osten auf 10,05 Euro steigen. Dies entspricht einem Plus von 3,4 Prozent im Westen und 5,8 Prozent im Osten. Die Verordnung gilt für Pflegebetriebe.

 

Quelle: Merkur.de