Die Nato hat eine Entscheidung über die von den USA geforderte Truppenaufstockung in Afghanistan auf den kommenden Monat verschoben.

Die Generalstabschefs der 29 Allianzmitglieder hätten bei ihrem Treffen am Samstag in der albanischen Hauptstadt Tirana generell die Notwendigkeit zusätzlicher Truppen anerkannt, sagte der Chef des Nato-Militärkomitees, der tschechische General Petr Pavel. Eine Entscheidung solle aber nicht vor der nächsten Sitzung des Komitees im Oktober fallen.

Bei dem Treffen in Albanien hatte US-Generalstabschef Joe Dunford seinen Nato-Kollegen die Forderungen seiner Regierung nach mehr Nato-Truppen für Afghanistan erläutert. Diese sollen die Generalstabschefs nun mit ihren Regierungen besprechen. Den USA sei zugesagt worden, dass sie bis zur nächsten Sitzung im Oktober „präzise Antworten“ erhalten würden, sagte der Chef der US-Streitkräfte in Europa, Curtis Scaparrotti, in Tirana.

Wie von Teilnehmern verlautete, hatten mehrere Nato-Mitglieder in Tirana bereits konkrete Angebote vorgelegt. Öffentlich wurde nur der Vorschlag des Gastgebers Albanien: Er will die Zahl seiner derzeit 83 Soldaten in Afghanistan um rund 30 aufstocken.

Zum genauen Stand der Verhandlungen wollten sich die Nato-Vertreter nicht äußern. US-General Scaparrotti wies aber darauf hin, dass beispielsweise eine Stärkung der afghanischen Luftwaffe sehr willkommen wäre. „Wenn wir mehr Berater zur Beschleunigung des Aufbaus der Luftwaffe entsenden könnten, wäre das für alle sehr gut“, sagte er.

US-Präsident Donald Trump hatte im vergangenen Monat angekündigt, die Zahl von derzeit rund 11.000 US-Soldaten in Afghanistan aufzustocken. Im Gespräch ist eine zusätzliche Entsendung von 4000 US-Soldaten. Auch von den Nato-Alliierten forderte er mehr Soldaten.

Die Bundesregierung hatte nach Trumps Rede geäußert, dass sie keine Aufstockung plane. Deutschland ist – weit hinter den USA – der zweitgrößte Truppensteller im Rahmen der Nato-Mission in dem Land am Hindukusch. Die Mandatsobergrenze für die Bundeswehr war im Januar 2016 von 850 auf 980 Soldaten erhöht worden.

Der US-Militäreinsatz in Afghanistan hatte infolge der Terroranschläge vom 11. September 2001 begonnen. Unter Trumps Vorgänger Barack Obama hatten die USA zeitweise mehr als 100.000 Soldaten in dem Land stationiert, seit 2011 sank ihre Zahl aber kontinuierlich.

 

Quelle: Epochtimes