Moskau hat Washington dazu aufgerufen, das Vorgehen auf dem syrischen Boden abzustimmen, schreibt die Zeitung „Iswestija“ am Freitag.

Laut russischen diplomatischen Quellen gibt es faktisch solch ein Zusammenwirken beider Seiten in Syrien, es ist jedoch nicht geregelt, so die Zeitung. Die US-Seite sei nicht daran interessiert, mit den russischen Militärs Informationen systematisch zu teilen. Experten zufolge ist einer der Gründe, warum die USA ihre Pläne nicht offenlegen – die Kooperation mit Terroristen und Unterstützung mehrerer bewaffneten Gruppierungen im Lande.

„Dieser Plan doublierte de facto ein bereits funktionierendes Abkommen über die Nichtzulassung von Zwischenfällen in der Luft, doch die USA weigerten sich, diesen Plan zu unterstützen. Allerdings gibt es eine Koordination zwischen uns, doch sie wird nicht durch ein Dokument geregelt“, so eine Quelle.

Ein möglicher Grund für solch ein Verhalten sei, dass die Amerikaner bei Vorhandensein eines solchen Abkommens auf Forderung der russischen Seite den Stationierungsort ihrer Einheiten in Syrien offenlegen müssen, was sie anscheinend verhindern wollen.
Zwischen Russland und den USA gibt es ein Memorandum über die Verhinderung von Zwischenfällen im syrischen Himmel. Bislang gab es keinen akuten Bedarf in einem Dokument über die Koordinierung der Handlungen auf dem Boden. Doch die Operation zur Deblockierung von Deir ez-Zor führte bereits zu Situationen, in denen russische Einheiten wegen fehlender Informationen Amerikaner bzw. mit ihnen verbündeten Einheiten angreifen hätten können.

Das Verteidigungsministerium veröffentlichte am 24. September Flugaufnahmen von IS-Stellungen, wo Hummer, Schützenpanzerwagen Cougar und andere US-Technik zu sehen ist. Am 19. September warf das russische Verteidigungsministerium den Amerikanern vor, eine Offensive der Bewegung Dschebhat an-Nusra bei Idlib zu organisieren.

„Die Offensive wurde von den US-Sicherheitsdiensten initiiert, um das erfolgreiche Vorrücken der Regierungstruppen östlich von Deir ez-Zor zu stoppen“, sagte der Chef der operativen Hauptverwaltung des russischen Generalstabs, Sergej Rudskoi.

Unter solchen Bedingungen ist der fehlende Wunsch der USA, ein Abkommen über die Koordinierung der Handlungen auf dem Boden zu unterzeichnen, klar, meint der Orientalist Boris Dolgow.
„Die Streitkräfte der USA gehen aktiv in Syrien vor, sie kooperieren und stehen in Kontakt mit Terroristen von IS und Dschebhat an-Nusra. Zugleich unterstützen sie die Demokratischen Kräfte Syriens, die allmählich eine Konfrontation mit Regierungstruppen beginnen können. Deswegen wollen die Amerikaner natürlich nicht, dass Russland über die Stationierungsorte ihrer Militärs Kenntnis hat“, so der Experte.

 

Quelle: Sputnik