Der ungarische Präsident Orbán hat sich neuerlich bei Zuwanderungs-Lobbyisten und Gutmenschen unbeliebt gemacht. Er äußerte Verständnis für eine teilweise turbulente Protestaktion gegen „Flüchtlinge” in einem ungarischen Dorf. Er finde „nichts Falsches” daran, sagte Orbán am Freitag am Rande des EU-Gipfels in Tallinn (Reval). „Es ist sehr richtig, daß sie entschlossen, laut und verständlich ihre Meinung ausgedrückt haben.”

Die „Hilfsorganisation“ Migration Aid wollte im südungarischen Dorf Öcseny vorübergehend eine Gruppe Minderjähriger zur Erholung unterbringen, die bereits offiziell als „Flüchtlinge“ anerkannt sind. Ähnliches macht Migration Aid auch in anderen Orten.

In Öcseny führte die Aktion zu Protesten unter den rund 2.500 Einwohnern. Die Autoreifen des Pensionsbesitzers Zoltan Fenyvesi, der die Kinder aufnehmen wollte, wurde von Unbekannten zerstochen. Der parteilose Bürgermeister des Dorfes trat zurück, nachdem auch seine Autoreifen zerstochen wurden.

Ungarns Präsident Orbán fährt seit 2015 eine strikte Anti-Zuwanderungspolitik, die er auch gegen Maßregelungen aus Brüssel verteidigt. Zum Fall Öcseny erklärte er lapidar: „Die Menschen wollen eben keine Migranten aufnehmen, nicht in ihrem Land und nicht in ihrem Dorf.” Zwar hätten die Ungarn ein Herz für Kinder, aber „man hat sie so oft belogen, daß sie nicht glauben, daß da nur Kinder kommen. (…) Der Ungar sagt dazu: Erst kommen die Kinder, dann die Eltern, dann gibt es eine Familienzusammenführung, und das Problem ist da.”

 

Quelle: Zuerst