In Kroatien sorgt der „umstrittene“ Regierungsentwurf eines neuen Familiengesetzes für Wirbel. Gutmenschen und Linke stoßen sich vor allem an der Familien-Definition im Gesetzestext. Dort heißt es wörtlich: „Eine Familie besteht aus: Mutter, Vater und deren Kindern, einer Mutter mit dem Kind bzw. Vater mit dem Kind, auch wenn sie nicht zusammen leben, und anderen Verwandten, die mit ihnen leben.“

Diverse „Nichtregierungsorganisationen“, aber auch die mitregierende linksliberale HNS kritisieren nun, daß eine solche Definition diskriminierend sei. Sie schließe Paare ohne Kinder oder homosexuelle Paare mit Kindern aus, lautete die Kritik. Das sei ein Schritt um Hunderte Jahre zurück, kritisierten die oppositionellen Sozialdemokraten (SDP). Die HNS kündigte an, daß sie ein Gesetz, das die Freiheit bei der Familienplanung einschränken würde, nicht unterstützen werde.

Der Regierungsentwurf, der dem Vernehmen nach innerhalb der Mitte-Rechts-Regierung in Zagreb nicht abgestimmt war, wurde inzwischen wieder zurückgezogen. Kritiker sehen hinter der Familien-Neudefinition eine Fortsetzung von Bestrebungen von Ultrakonservativen und der katholischen Kirche. Die Bürgerinitiative „Im Namen der Familie” initiierte 2013 ein Referendum, bei dem die Kroaten entschieden haben, das christliche Ehemodell in der Verfassung zu verankern.

 

Quelle: Zuerst