Das Weiße Haus in Washington kann dem Angebot der russischen IT-Firma „Kaspersky Lab“, den Quellcode aller Programme für amerikanische Sicherheitsdienste offenzulegen, kein Vertrauen entgegenbringen. Der Koordinator des Weißen Hauses für Fragen der Cyber-Sicherheit, Rob Joyce, erklärte der russischen Nachrichtenagentur RIA Novosti warum.

Die russische IT-Firma „Kaspersky Lab“ hatte der amerikanischen Regierung die Einsichtnahme in den Quellcode der Kaspersky-Programme angeboten, um alle Besorgnisse der amerikanischen Regierung bezüglich der Nutzung dieser Programme in staatlichen Behörden auszuräumen.

Laut dem Geschäftsführer des IT-Unternehmens, Evgenij Kaspesky, ist das Unternehmen bereit, der amerikanischen Regierung die Einsicht in den Quellcode zu gewähren.
Joyce unterstrich jedoch, dass für die amerikanische Seite dieser Schritt nicht unbedingt mehr Vertrauen gegenüber der russischen IT-Firma bringen werde.

„Es ist ein Programmprodukt, das automatisch jeden Tag aktualisiert wird. Ein Quellcode, den man uns heute zeigt, kann sich schon morgen ändern und es gibt keinerlei Garantien, dass man dieser Aktualisierung vertrauen kann“, antwortete Joyce auf die Fragen von RIA Novosti am Rande einer Cyber-Security Konferenz in Washington.

Auf die Frage, ob das Verbot von Kaspersky-Programmen endgültig oder die amerikanische Regierung doch noch an einer weiteren Zusammenarbeit mit der Programm-Lab interessiert sei, verwies Joyce auf die Entscheidung des Ministeriums für Innere Sicherheit der Vereinigten Staaten.

„Die Entscheidung wurde vom Ministerium für Innere Sicherheit getroffen. Der Prozess ist am Laufen“, so der Cyber-Berater der amerikanischen Regierung.

Zuvor hatte der US-Senat Kaspersky-Produkte für alle Staatsbehörden der USA verboten, um „eine echte Verletzbarkeit der nationalen Sicherheit“ zu beseitigen, so die Senatorin der Demokratischen Partei Jeanne Shaheen.
Grund für diesen Schritt sei „die enge Verbindung mit feindlichen russischen Aufklärungsinstitutionen“, die „der Hackangriffe auf die USA beschuldigt wurden“, wie die Nachrichtenagentur Reuters unter Berufung auf die US-Behörde General Services Administration (GSA) berichtete.

 

Quelle: Sputnik