Paris. Frankreich will jetzt zur Eindämmung des Asylantenzustroms eine Idee des österreichischen Außenministers Kurz aufgreifen und Asylzentren in afrikanischen Transitländern wie Niger und Tschad eröffnen. Das kündigte der französische Präsident Macron nach einem Treffen mit UN-Flüchtlingskommissar Filippo Grandi in Paris an.

Kurz fordert solche Asylzentren bereits seit zwei Jahren. Auch der österreichische Verteidigungsminister Doskozil (SPÖ) hatte sich im Juni dafür ausgesprochen.

Schon Ende Oktober soll es nun eine erste gemeinsame Mission der französischen Flüchtlingsbehörde OFPRA und des Flüchtlingshilfswerks UNHCR in den zentralafrikanischen Staaten Niger und Tschad geben. Künftig sollen dort „Schutzbedürftige“ identifiziert werden, denen Asyl oder ein Flüchtlingsstatus zuerkannt werden können.

Macron setzt mit der Maßnahme die Absichtserklärung eines Migrationsgipfels um, der Ende August in Paris stattfand. Dabei hatten sich Frankreich und andere EU-Staaten allerdings offen dafür gezeigt, „Flüchtlingen“ aus Afrika einen legalen Weg nach Europa zu eröffnen. Kritiker sehen die Einrichtung von Asylzentren in Afrika deshalb mit gemischten Gefühlen und befürchten die Verstetigung eines permanenten Zustroms aus Schwarzafrika.

 

Quelle: Zuerst