Petro Poroschenko ist zuversichtlich, dass die Ukraine „unbedingt“ zu einem Nato-Mitgliedstaat wird. In einer flammenden Rede lässt der ukrainische Präsident seiner Fantasie freien Lauf.

Am Samstag besuchte Poroschenko ein Kiewer Militärrealgymnasium, in dem heute die Kadetten feierlich ihren Eid ablegen. Der ukrainische Staatschef prophezeite vor den jungen Menschen, dass die „für ihr Alter ungewöhnlich mannhaften Teenager“ zweifelsohne zu Offizieren, Generälen, Botschaftern und Ministern werden.   „Womöglich steht auch der zukünftige Präsident unter ihnen.“

„Und auch vielleicht der Nato-Generalsekretär – denn die Ukraine wird unbedingt zu einem Mitglied der Allianz“, betonte er.

Der russische Politologe Konstantin Sokolow kommentiert gegenüber russischen Medien: „Der Beitritt zur Nato und der Übergang zu den Nato-Standards erfordern erhebliche Investitionen. Daher ist dies ein hervorragender Vorwand, um im Westen nach Geld zu fragen und den Prozess zu beschleunigen.“

Dabei sei wohl bekannt, dass ein potenzielles Beitrittsland nicht nur das gesamte Rüstungssystem an diese Standards anpassen und austauschen müsse, sondern auch die Nato-Vorschriften in der Originalsprache beherrschen sollte. Dies sei von mehr oder weniger stabilen Ländern zu bewältigen, zu denen die Ukraine allerdings nicht zähle.

Ende September hatte der US-Sondergesandte für die Ukraine, Kurt Walker, erklärt, dass Kiew noch nicht bereit sei, der Nato beizutreten. Am 29. August hatte der EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker gesagt, dass die Ukraine weder etwas mit der Europäischen Union noch mit der Nato zu tun habe. Im Februar bekräftigte Poroschenko die Absicht, ein landesweites Referendum über den Nato-Beitritt durchzuführen. Im Dezember 2015 hatte er die Nato-Mitgliedschaft als das Hauptanliegen Kiews bezeichnet.

 

Quelle: Sputnik