Mindestens 40 Menschen sind bei Waldbränden in Spanien und Portugal ums Leben gekommen. Besonders verheerend waren die Brände in Portugal, wo nach Angaben des Zivilschutzes vom Montag mindestens 36 Menschen starben.

Trauer um die Toten der Waldbrände in Portugal und Spanien: Mindestens 40 Menschen sind bei der Brandkatastrophe ums Leben gekommen, mehrere Dutzend weitere wurden verletzt. Besonders verheerend waren die Brände in Portugal, wo nach Angaben des Zivilschutzes mindestens 36 Menschen starben und sieben noch vermisst werden. In Portugal begann am Dienstag eine dreitägige Staatstrauer, auch in der spanischen Region Galicien rief die Regionalregierung drei Trauertage aus, die EU-Kommission in Brüssel setzte die Flaggen auf Halbmast.

Am Montagabend waren in Portugal noch mehr als 3600 Feuerwehrleute im Einsatz, die Behörden gingen von rund 50 Brandherden aus. Etwa die Hälfte davon seien Großfeuer, hieß es. Die Zahl der Toten könne weiter steigen, erlklärte Zivilschutzsprecherin Patricia Gaspar. Demnach ist auch ein einen Monat altes Baby unter den Toten. Sieben Menschen galten als vermisst.

Mindestens 63 weitere Menschen wurden nach Angaben des portugiesischen Zivilschutzes durch die Brände verletzt, 16 von ihnen lebensgefährlich. Auch Feuerwehrleute seien unter den Verletzten. Betroffen von den Waldbränden sind die Regionen Coimbra, Castelo Branco sowie Viseu im Zentrum des Landes und Guarda im Norden. Besonders schlimm war die Lage demnach bei Lousa in der Region Coimbra.

„Grundlegende Reformen“ im Kampf gegen Waldbrände

Der portugiesische Regierungschef Antonio Costa kündigte „grundlegende Reformen“ im Kampf gegen Waldbrände und für die Forstwirtschaft an. Für die betroffenen Regionen hatte er zuvor den Ausnahmezustand erklärt.

Nach einem am vergangenen Donnerstag veröffentlichten Expertenbericht können Waldbrände in Portugal aus mehreren Gründen leicht eine besonders verheerende Wirkung entfalten. Viele Feuerwehrleute sind demnach nur schlecht ausgebildete Freiwillige und der Zivilschutz ist zu behäbig. Bei Bränden kommt es oft zu weiträumigen Ausfällen von Telefon- und Handynetzen, zudem haben die Bedürfnisse der Papierindustrie zu einem großflächigen Anbau leicht entzündlicher Eukalyptus-Bäume geführt und der Wetterdienst ist nicht effizient genug in der Vorhersage von Trockenperioden und plötzlichen Temperaturanstiegen.

EU-Hilfen sind unterwegs

Der für humanitäre Hilfe zuständige EU-Kommissar Christos Stylianides erklärte am Montag, erste EU-Hilfen seien unterwegs in die Region. Demnach sollten auf einen Antrag Portugals italienische Löschflugzeuge in den am schwersten betroffenen Regionen zum Einsatz kommen.

In Portugal wüten insbesondere in den Sommermonaten immer wieder Waldbrände, in diesem Jahr waren sie besonders verheerend. Mitte Juni starben 64 Menschen bei schweren Bränden im Zentrum des Landes, mehr als 250 weitere wurden verletzt. Bis Ende September wurden bereits fast 216.000 Hektar Wald zerstört.

Rajoy spricht von möglicher Brandstiftung

In der nordwestspanischen Region Galicien kamen nach jüngsten Angaben mindestens vier Menschen bei Waldbränden ums Leben. Am Montagabend zählte die Feuerwehr noch rund 15 Brandherde, die bewohnte Gegenden bedrohten. Am Dienstagvormittag gaben die Behörden jedoch Entwarnung und hoben Alarmstufe 2 auf: Demnach drohte Wohngebieten keine Gefahr mehr. Regen in Galicien dämmte die Feuer am Dienstag weiter ein.

Die spanischen Behörden ermittelten wegen möglicher Brandstiftungen. Der galicische Regionalpräsident Alberto Nuñez Feijoo sagte dem staatlichen Rundfunksender RNE, die Ermittlungen gingen in verschiedene Richtungen, ohne weitere Angaben zu machen. Regierungschef Mariano Rajoy hatte am Montag gesagt, bei den meisten Bränden komme als Ursache Brandstiftung in Betracht.

 

Quelle: Epochtimes