Viele Asylbewerber geben den deutschen Sicherheitsbehörden Hinweise zu möglichen Anhängern der Terrormiliz „Islamischer Staat“ (IS). Dies berichtet „Zeit Online“ unter Berufung auf das Bundesamt für Verfassungsschutz (BfV). Auch im Fall des Berlin-Attentäters Anis Amri habe ein Asylbewerber die Behörden informiert.

„Wir gehen davon aus, dass es sich in vielen Fällen um echte und wahre Hinweise handelt, denen nachgegangen werden muss“, zitiert „Zeit Online“ den Präsidenten des BfV, Hans-Georg Maaßen. Der Verfassungsschutz habe bislang viele Hundert Hinweise erhalten.

Über 80 Prozent der Hinweise halte er dabei für belastbar, betonte Maaßen. Die Behörde habe auch ein eigenes Hinweistelefon eingerichtet, das von Tippgebern benutzt werden könne.

Es gebe in Deutschland IS-Anhänger, die gezielt nach Europa gekommen seien, um Anschläge zu begehen, wird Maaßen weiter zitiert. Es gebe auch eine andere Gruppe von IS-Kämpfern, die „sich vielleicht einfach absetzen wollen vom Kampfgeschehen, die schwere und vielleicht schwerste Kriegsverbrechen begangen haben und als Asylsuchende getarnt“ nach Deutschland kommen. So passiere es auch öfters, dass in Flüchtlingsunterkünften Täter auf Opfer aufeinander träfen.

Mitarbeiter des Verfassungsschutzes arbeiten nach Maaßens Worten mit Sachbearbeitern des Bundesamts für Migration und Flüchtlinge zusammen und befragten gezielt Flüchtlinge. Bis 2019 will der Verfassungsschutz nach seinen Angaben 250 neue Stellen in diesem Bereich schaffen.

 

Quelle: Sputnik