Hannover. Mit einer Zwangsräumung mußten zwei Zigeuner-Familien aus einem Haus in Hannover entfernt werden. Die Eigentümer erhoben gegenüber der Presse schwere Vorwürfe gegen die Familien, sie hätten seit Längerem keine Miete mehr gezahlt, Handwerkern mit Mord gedroht und den Eigentümer mit einem Messer angegangen, wenn er versuchte, sein Haus zu betreten. Der Briefträger würde bereits keine Post mehr wegen der Mißstände ausliefern. In einem Schreiben der Deutschen Post vom September heißt es, die „andauernden, menschenunwürdigen Verhältnisse vor Ort“ machten eine Zustellung unmöglich. Die Briefträger könnten die Briefkästen „nicht ohne Gefährdung und Belästigung“ erreichen. Um „weitere Gefahren oder mögliche Verletzungen“ zu vermeiden, hielte man die Post jetzt zur Abholung in einer Filiale bereit.

Außerdem würden die Zigeuner ihren Müll aus dem Fenster entsorgen, der Ungeziefer anlockt. Zu den mündlichen Verhandlungen sei niemand erschienen. Bei der Räumung konnten gleich mehrere offene Haftbefehle mitvollstreckt werden. Nach Angaben des Anwalts der Eigentümer gibt es noch gegen fünf weitere Familien Räumungsklagen, mit der nächsten Vollstreckung rechnet man in etwa vier Wochen.

 

Quelle: Zuerst