Wegen der Proteste in Kiew sind die Leistungen so genannter „Maidan-Profis“ wesentlich teurer geworden. Dies berichtet das ukrainische Portal Westi.

Journalisten des Portals prüften Seiten mit Stellenangeboten und befragten mehrere Protestierende. Dabei stellte sich heraus, dass ein Strohmann für eine dreistündige Teilnahme an einer Demonstration im Durchschnitt 100 Griwna (etwa 3,2 Euro) bekommt. Der Preis dieser Leistung soll sich aber innerhalb eines Monats verdoppelt haben. Ehemalige Kämpfer von Freiwilligenbataillonen, die an Protestaktionen teilnehmen, bekommen sogar bis zu 50 Dollar (42 Euro) die Stunde.

„Teilnehmer mit Flaggen bekommen 140 Griwna“, sagte ein Aktivist den Journalisten des Portals. „Das ist aber wesentlich schwieriger. Die Arme werden sehr wehtun, man darf sie aber keinesfalls hängenlassen. Sonst riskiert man, gar kein Geld zu bekommen.“ Leute, die gleich für mehrere Tagen kommen, werden besser bezahlt.

Er selber sei mit einem Bus aus Winnyzja gekommen. Die Fahrt sei kostenlos, gezahlt werde täglich. Er werde in einer Wohnung leben, die speziell für „Protestierende“ gemietet worden sei.

Inzwischen soll es sogar PR-Agenturen geben, die die „schlüsselfertige“ Organisation einer Protestaktion anbieten. Die Journalisten setzten sich mit einer solchen Firma in Verbindung und fanden heraus, wie viel „eine Gruppe zur Unterstützung eines hochrangigen Generals kosten werde“. „Ich habe eben eine solche Aktion organisiert“, prahlte ein Mitarbeiter der Firma. „Ich habe gar 5000 Menschen auf die Straßen hinausgeführt.“ Bei dieser Firma werde ein „Protestierender“ 100 Griwna die Stunde kosten.

„Das ist der reale Durchschnittspreis in Kiew. Es gibt auch Rabatt“, so der Mitarbeiter weiter. Man könne Babuschkas (alte Frauen) und Studenten anheuern, für mehr Geld gebe es aber gar ein „richtiges Bataillon“. Das sei sehr teuer, 50 Dollar die Stunde.

Am Dienstag hatte in Kiew eine Protestaktion begonnen, die in russischsprachigen Medien auch „Micho-Maidan“ genannt wird (nach dem Organisator und Ex-Gouverneur des ukrainischen Gebiets Odessa, Michail Saakaschwili). Die Protestler fordern die Aufhebung der Abgeordneten-Immunität, die Einrichtung von Anti-Korruptions-Gerichten sowie eine Reform des Wahlrechts. Die Demonstranten stellten vor der Werchowna Rada Dutzende Zelte auf und wollen dort solange ausharren, bis ihre Forderungen erfüllt werden. Sollte dies ausbleiben, drohen sie mit der Absetzung des Präsidenten Petro Poroschenko.

 

Quelle: Sputnik