Zum ersten Mal seit Ende des Kalten Krieges setzen die USA ihre mit nuklearen Waffen bestückten Bomber wieder auf einen 24-Stunden-Bereitschaftsalarm. Auch der Einsatz von nuklearen Waffen in konventionellen Kriegen wird im Pentagon diskutiert. Stehen wir am Vorabend des Dritten Weltkriegs?

Von Marco Maier

Offenbar wächst die Kriegsgefahr derzeit rapide an. Eben erst novellierte US-Präsident Donald Trump eine 9/11-Notfall-Order von Präsident George W. Bush, mit der die US Air Force 1.000 pensionierte Kampfpiloten in den aktiven Dienst zurückbeordern darf, und nun folgt auch noch ein 24-Stunden-Bereitschaftsalarm für die Air Force, die ihre nuklear bestückten Bomber für den Einsatz vorbereiten muss.

Seit 1991, als der «Kalte Krieg» für beendet erklärt wurde, gab es das nicht mehr. Auf der 11.000 Fuß langen Start- und Landebahn der Barksdale Air Force Base findet man nun zum ersten Mal seit dieser Zeit wieder mehrere B-52-Bomber geparkt, die mit Nuklearwaffen bestückt sind. «Dies ist nur ein weiterer Schritt um sicherzustellen, dass wir vorbereitet sind», so der Generalstabschef der Air Force, General David Goldfein in einem Interview mit «Defense One», während seiner sechstägigen Tour zu Barksdale und anderen Basen der US Air Force, welche die «nukleare Mission» unterstützen. «Ich sehe es nicht als Planung für ein spezielles Vorkommnis, sondern eher mehr für die Realität der globalen Situation in der wir uns befinden und wie wir sicherstellen, dass wir künftig vorbereitet sind».

Doch die B-52-Bomber wieder in Alarmbereitschaft zu setzen ist nur eine von mehreren Maßnahmen der Air Force, um auf die geopolitischen Änderungen zu reagieren – hauptsächlich werden das nordkoreanische Atomwaffenprogramm, die wachsenden Spannungen mit dem Iran, sowie die zunehmende militärische Kraft von Russland und China genannt. General Goldfein sagte: «Die Welt ist ein gefährlicher Platz und wir bekamen Leute die offen über den Einsatz nuklearer Waffen sprechen». Ob er damit auch die US-Politik meinte, ist unklar. Immerhin forderte beispielsweise schon die republikanische Politikern Sarah Palin bereits präventive Nuklearschläge auf Russland.

«Es ist nicht mehr länger eine bipolare Welt, wo es lediglich wir und die Sowjetunion sind. Wir bekamen andere Spieler da draußen die nukleare Fähigkeiten besitzen», so der General weiter zur US-Publikation. «Es war niemals wichtiger sicherzustellen, dass wir diese Mission richtig machen». Dabei betonte er auch, dass er die Debatte dazu anstieß, wie «ein konventioneller Konflikt mit einem nuklearen Element» aussehen würde.

Es zeigt sich also, dass der US-Militärapparat, der Militärisch-industrielle Komplex der Vereinigten Staaten, an den Einsatz von Atomwaffen in den ganzen von ihnen (mit-)verursachten Kriegen und Konflikten rund um den Globus denkt. Theoretisch müsste die ganze restliche Welt nun die USA tatsächlich als globale Bedrohung ansehen.

 

Quelle: Contra Magazin