Die in Syrien und dem Irak erfolgreich bekämpften Terroristen werden nach Libyen und von dort aus weiter nach Ägypten eindringen. Diese Befürchtung hat der ägyptische Präsident Abdel Fattah al-Sisi in einem Interview mit dem TV-Sender France 24 geäußert.

„Wir glauben, dass die Erfolge in Syrien und im Irak eine Versetzung von einer Reihe von Kämpfern nach Libyen und von dort aus nach Ägypten, auf die Sinai-Halbinsel, sowie nach Ostafrika zur Folge haben werden», sagte al-Sisi.

Um die Dschihadisten daran zu hindern, seien gemeinsame Bemühungen nötig. Unter anderem müssten den Kämpfern die finanzielle Unterstützung und die Waffen entzogen werden.

Kairo treffe zwar Maßnahmen, um die Grenze zu Libyen zu schützen, so al-Sisi. Allerdings ermögliche ihre Länge von 1200 Kilometern keine vollständige Kontrolle.

„In den vergangenen drei Jahren haben wir mehr als 1200 Fahrzeuge mit Waffen vernichtet und die darin sitzenden Kämpfer getötet», sagte er.

Auf diese Weise kommentierte Al-Sisi einen der größten Angriffe der Terroristen auf ägyptische Polizisten, der sich bei dem Anti-Terror-Einsatz am vergangenen Freitag ereignet hatte.

Am 20. Oktober hatten ägyptische Ordnungs- und Sondereinsatzkräfte sowie Vertreter der Fahndungseinheiten einen Einsatz zur Neutralisierung einer Terrorzelle durchgeführt, die ihre Zuflucht in einer Wüstenregion südwestlich von Kairo gefunden hatte und der Vorbereitung von Terroranschlägen verdächtigt worden war. Auf ihrem Weg zu dem Lager der Terroristen wurden die Sicherheitskräfte mit Schusswaffen, Granaten und Minenwerfern beschossen.

Experten bezeichneten den Angriff als einen der massivsten in der jüngsten Vergangenheit. Es sei möglich, dass er von Kämpfern durchgeführt wurde, die im Ausland ausgebildet worden seien.

Das Innenministerium des Landes gab offiziell an, bei dem Einsatz seien 15 Kämpfer und 16 Polizisten getötet worden. Ein Polizeioffizier werde bis dato vermisst.

 

Quelle: Sputnik