Die TV-Moderatorin Xenia Sobtschak, die bei der russischen Präsidentschaftswahl 2018 als Oppositionskandidatin antreten will, hat sich auf einer Pressekonferenz kritisch über den amtierenden Staatschef Wladimir Putin geäußert. Zugleich hat sich die 35-Jährige überraschend dafür dankbar gezeigt, dass Putin ihrem Vater einst „das Leben gerettet“ hat.

„Für manch einen mag Putin in erster Linie Tyrann und Diktator sein. Für andere ein Regierender, der Russland wieder auf die Beine brachte“, äußerte Sobtschak auf ihrer Vorstellungs-Pressekonferenz am Dienstag.

„Für mich ist Putin in erster Linie ein Mann, der meinem Vater aus einer sehr schwierigen Situation geholfen und ihm praktisch das Leben gerettet hatte. Das habe ich nicht vergessen“, sagte Sobtschak. Einzelheiten nannte sie nicht. Xenia Sobtschak ist die Tochter des früheren Bürgermeisters von Sankt Petersburg Anatoli Sobtschak, der Putin in den 90er Jahren zu seinem Stellvertreter ernannt hatte.

Das bedeute jedoch nicht, dass ihr Putins Politik gefalle. Sie sei gegen das „Korruptionssystem“ und wolle, dass „kein Mensch 18 Jahre lang an der Macht bleibt, auch Putin nicht“, so die Moderatorin weiter. 

Sie selbst verstehe sich nicht als eine Profi-Politikerin und wolle lediglich, dass über Probleme offen gesprochen werde und dass man die Stimme ihrer Generation höre.

Die Schwarzmeerhalbinsel Krim, die 2014 nach einem Referendum Russland beigetreten war, sei aus der Sicht des Völkerrechts weiter ukrainisches Staatsgebiet, sagte Sobtschak.  Für Russland müsse es ein Hauptanliegen sein, die zerstörten Beziehungen zur Ukraine wieder zu normalisieren.

Die nächste Präsidentschaftswahl in Russland ist für den 18. März angesetzt. Obwohl der langjährige Amtsinhaber Wladimir Putin seine Kandidatur bisher nicht offiziell bestätigt hat, sehen ihn die Umfragen als einen haushohen Favoriten.

 

Quelle: Sputnik