Das nordafrikanische Land Libyen befindet sich seit dem gewaltsamen Sturz des Staatsoberhauptes Muammar al-Gaddafi im Jahr 2011 in einem Krieg, in dem zahlreiche Islamistengruppen gegen die Armee kämpfen. Nun fordern mehrere libysche Politiker, das Waffenembargo gegen das Land aufzuheben, um den Kampf gegen den Terror fortsetzen zu können.

Der libysche Abgeordnete Abu Bakr Bairah hat für Sputnik die Aufrufe des Armeegenerals Ahmed al-Mismari zur Aufhebung des Waffenembargos gegen Libyen kommentiert.

Bairah unterstrich, dass das Land die neuen Waffen für den Kampf gegen die zahlreichen terroristischen Gruppierungen in den Küstenregionen und in der libyschen Wüste brauchen würde.

„Die Waffen der Armee sind schon veraltet und abgenutzt. Sie wurden noch unter Gaddafi aus Russland eingekauft“, erklärte der Abgeordnete.

Insbesondere haben die Flotte und die Luftwaffe gelitten, was für ein Land von solcher Größe und mit einer Küstenlinie von mehr als 2.000 Kilometern ein sehr schmerzhafter Verlust sei.

„Im Ergebnis ist Libyen von der See praktisch komplett offen“, betonte der Politiker.

Die libysche Armee steht laut Bairah im Moment kurz vor der Befreiung von Tripolis, der Hauptstadt des ehemals geeinten Libyens mit etwa 1.780.000 Einwohnern.

„Wir hoffen, dass Tripolis nicht das Schicksal von Bengasi ereilt, das in den letzten drei Jahren stark zerstört wurde. Wir wollen sehr, dass die Armee die Stadt mittels politischer Verhandlungen einnimmt“, sagte der Abgeordnete.

Die politischen Gespräche seien schon länger am Laufen und werden in Kairo, der Hauptstadt Ägyptens, zwischen verschiedenen Einheiten der libyschen Armee geführt, um einen gemeinsamen Weg zur Vereinigung und der Aufstellung eines gemeinsamen Kommandos zu ebnen.

Laut dem Abgeordneten werden sich Einheiten der libyschen Armee im Westen des Landes bald unter das östliche Armee-Kommando stellen, was der Armee die Kontrolle über die Staatsgrenzen sowie über die illegale Migration geben wird.

Das Uno-Waffenembargo war 2011 nach dem Beginn des Aufstandes gegen al-Gaddafiverhängt worden.

 

Quelle: Sputnik