Horrorfund in Japan ausgerechnet zu Halloween: Die Polizei hat die teils zerstückelten Leichen von neun Menschen — acht Frauen und eines Mannes — in der Wohnung eines 27-jährigen Mannes gefunden. Wie japanische Medien am Dienstag unter Berufung auf die Polizei meldeten, befanden sich die Leichenteile in Kühlkisten. Der Mann namens Takahiro Shiraishi ist in Haft und gibt zu, die Menschen getötet zu haben.

Die Beamten hatten die Wohnung in Zama in der Tokioter Nachbarprovinz Kanagawa im Zusammenhang mit dem Verschwinden einer 23-jährigen Frau durchsucht. Die Frau und Takahiro Shiraishi hatten sich demnach im Internet ausgetauscht, nachdem die Frau in sozialen Medien geschrieben haben soll, sie suche nach jemandem, der mit ihr Selbstmord begehe.

Bruder des jüngsten Opfers fand Unterhaltungen mit dem Mörder
Der Bruder der 23-Jährigen hatte sie Ende Oktober als vermisst gemeldet, nachdem er drei Tage erfolglos versucht hatte, sie zu erreichen. Als er sich in ihrem Computer eingeloggt und nach Hinweisen gesucht habe, habe er die Unterhaltungen zwischen seiner Schwester und dem Verdächtigen gefunden.

Aufnahmen einer Überwachungskamera zeigten schließlich, dass sich die 23-Jährige mit dem nun Festgenommenen in der Nähe seiner Wohnung getroffen hatte. Die Leiche der Frau dürfte ebenfalls in dem Appartement gefunden worden sein.

Mindestens zwei abgetrennte Köpfe entdeckt
«Ja, es ist wahr, ich habe versucht, die Leichen der Menschen, die ich getötet habe, zu verstecken», sagte der 27-Jährige, der erst im vergangenen August in die Wohnung gezogen sein soll, der Polizei. In Kühlkisten fanden die Beamten mindestens zwei abgetrennte Köpfe. DNA-Tests sollen über die Identität der Opfer Aufschluss geben.

Nachbar: «Noch nie so etwas gerochen»
Ein Nachbar gab gegenüber der «Japan Times» übrigens an, er habe bereits im August einen «seltsamen Geruch» wahrgenommen, als er an der Wohnung vorbeigegangen sei. «Es war etwas, das ich noch nie gerochen hatte.» Er habe allerdings angenommen, dass der Gestank aus dem Abwasserkanal gekommen sei. Denn verdächtige Geräusche oder Stimmen habe er nie aus der Wohnung vernommen.

Selbsttötung gilt in Japan nicht als Sünde
Ob es sich bei allen Opfern um Selbstmordkandidaten handelte, ist noch nicht bekannt. In der drittgrößten Volkswirtschaft der Welt mit ihren rund 127 Millionen Einwohnern ist die Selbstmordrate jedenfalls seit Jahrzehnten hoch. Allerdings ist der Trend seit mehreren Jahren rückläufig: So war die Zahl der Selbstmorde im vergangenen Jahr auf den tiefsten Stand seit 22 Jahren gesunken. 2016 nahmen sich 21.764 Menschen das Leben, das waren 9,4 Prozent weniger als im Jahr davor.

Die Regierung setzte im Jahr 2006 ein Gesetz zur Verhinderung von Selbstmorden um. Anders als im Christentum gilt die Selbsttötung in dem fernöstlichen Inselstaat, in dem die meisten Menschen die Religionen Shinto und Buddhismus praktizieren, nicht als eine Sünde.

 

Quelle: Krone.at