Russland hat dem UN-Sicherheitsrat einen Resolutionsentwurf zur Verlängerung des Mandats der Untersuchungsmission für Giftgas-Angriffe in Syrien vorgelegt. Moskau schlägt laut dem Dokument die Entsendung von Experten nach Chan Sheihun vor.

Wie eine diplomatische Quelle der Agentur RIA Novosti mitteilte, sollen diese Experten eine „umfassende Ermittlung unter Einsatz aller möglichen Methoden“ durchführen. Eine weitere Expertengruppe soll den Flugplatz Schairat untersuchen und Proben sammeln, um die Behauptungen zu prüfen, laut denen das am 4. April in Chan Scheihun eingesetzte Giftgas Sarin auf dem Luftwaffenstützpunkt gelagert worden sei.

Zudem sollen Mitglieder des gemeinsamen Mechanismus der Uno und der OPCW „Joint Investigation Mechanism“ (JIM) zusätzliche Informationen und Beweise, die von der Fact Finding Mission nicht erlangt worden seien, sammeln und untersuchen.

Ein weiterer Resolutionsentwurf  wurde von der US-Delegation erarbeitet. Das Dokument sieht eine Verlängerung des Mandats der Untersuchungsmission um weitere zwei Jahre vor. Keine der Konfliktparteien in Syrien darf Chemiewaffen einsetzen, entwickeln, herstellen, erwerben oder lagern, heißt es in dem Dokument.

Zuvor hatte Russland ein Veto gegen eine von den USA gewollte Terminverlängerung für die UN-Giftgasuntersuchung in Syrien eingelegt. Das Mandat von JIM läuft am 17. November ab. Moskau begründete dies damit, dass zuerst ein Bericht zu der Giftgasattacke vom 4. April vorgelegt werden müsse, ehe das Mandat verlängert werden könne.

Am 4. April 2017 waren in der syrischen Stadt Chan Scheihun bei einem Giftgasangriff mehr als 80 Menschen ums Leben gekommen. US-Präsident Donald Trump ordnete daraufhin als Vergeltung einen Raketenangriff auf den syrischen Flugplatz Schairat an. Die syrische Regierung streitet jegliche Vorwürfe wegen des angeblichen Giftgasangriffs ab.

 

Quelle: Sputnik