Wer ist krimineller: ein «Integrationsverein», der Millionen Gelder kassiert, selbst aber Zigtausende Euro an Miete schuldig bleibt oder Asylbewerber, die in Österreich Schutz vor Krieg und Elend suchen, selbst aber Verwüstung und Chaos in der ihnen kostenlos zur Verfügung gestellten Unterkunft hinterlassen und sogar ganze Küchenzeilen herausklauen?

Etwa 90 Flüchtlinge waren im ehemaligen „Hotel Bianca“ in der Karmaschgasse 65 im Wiener Stadtteil Favoriten untergebracht, darunter rund 45 sogenannte unbegleitete Minderjährige (UMA). Doch was diese teils kriminellen Asylbewerber und der sogenannte „Integrationsverein“ hinterließen, war für den Eigentümer, den Wiener Architekten Richard S. unvorstellbar:

Sie haben alles mitgenommen. Einfach unglaublich!“

(Richard S., Hotelbesitzer, Architekt)

Die Wände waren beschmiert, die Teppiche verdreckt, Türen eingetreten und zahlreiche Einrichtungsgegenstände fehlten. Rund 32.000 Euro Sachschaden hinterließen die „Gäste“. Doch nicht nur die Bewohner waren mehr als unmöglich. Auch der „Integrationsverein“ zeigte sich von einer auffälligen Seite, zahlte seit Monaten keine Miete mehr, 45.000 Euro monatlich.

Ich habe irgendwie das Gefühl, dass die Heimbewohner darauf angesprochen wurden: ‚Leute, wir übersiedeln, nehmt mit, was ihr für notwendig erachtet, alles was nicht nagelfest ist.‘ Es fehlen das gesamte Bettzeug, Decken, Leintücher, Geschirr, TV-Geräte, Kühlschränke und die Betten. Einfach unglaublich!“

Doch zugleich kassierte der Vereinsobmann staatliche Gelder vom „Fond Soziales Wien“ für die Betreuung, Verpflegung und für das Taschengeld der Asylbewerber ein, monatlich knapp 120.000 Euro. Über den gesamten Zeitraum der Vermietung kassierte der „Integrationsverein“ rund zwei Millionen Euro.

Der Hoteleigentümer sieht die Schuld hauptsächlich beim Verein, dem er eine zu lasche Führung vorwirft. Der Obmann des Vereins besitzt zudem eine Reinigungsfirma, wie die „Krone“ über den Fall berichtet:

Ich unterstelle einmal dem Vereinsobmann, da er nebenbei eine Reinigungsfirma hat, dass er sehr wohl die Reinigung des Hotels in seiner Buchhaltung verrechnet hat und das entsprechend vom Verein an seine Firma überweisen hat lassen, nur eine wöchentliche Reinigung hat es unmöglich gegeben.“

Richard S. geht davon aus, dass der „Integrationsverein“ Konkurs anmelden wird. Doch den Obmann will er nicht davonkommen lassen:

Ich hoffe nur, sollte er den Konkurs anmelden, wovon ich ausgehe, sollte er zumindest in die private Haftung kommen. Diesen Mann ungeschoren davonkommen zu lassen, das sollte nicht sein – und dafür werde ich alles tun.“

Und „Michael Jackson“ aus Nigeria, jener verhaltensauffällige junge Asylbewerber, laut psychologischem Kurzgutachten „sehr unberechenbar, sodass in manchen Situationen ein diffuses Bedrohungsgefühl ausgeht“, der ist jetzt irgendwo anders in Österreich unterwegs – wo, weiß offenbar keiner so genau …