Der polnische Präsident Andrzej Duda findet, dass die Frage der Entschädigungen für Polen nach dem 2. Weltkrieg noch nicht geregelt ist. Als sie 1953 erklärten, auf weitere Reparationszahlungen zu verzichten, hätten sie auf sowjetischen Druck hin gehandelt.

Der polnische Präsident Andrzej Duda hält die Frage der Kriegsreparationen zwischen Warschau und Berlin für nicht geregelt. Es könne darüber diskutiert werden, ob eine Entschädigung „finanzieller oder anderer Art“ sein sollte, sagte er dem erzkatholischen Fernsehsender Trwam und dem ebensolchen Radio Maryja.

Er gab zu bedenken, dass Deutschland seit dem Zweiten Weltkrieg viel für Polen getan habe, vor allem während des Kommunismus. Dies müsse berücksichtigt werden.

Duda und Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier hatten sich im September bei einem Treffen für eine „ruhige Diskussion“ über das Thema Reparationen ausgesprochen.

Die neue Debatte über Reparationsforderungen Polens an Deutschland hatte der Vorsitzende der Regierungspartei Recht und Gerechtigkeit (PiS), Jaroslaw Kaczynski, Ende Juli angestoßen. Er warf Deutschland vor, sich seiner Verantwortung für den Zweiten Weltkrieg zu entziehen.

Regierungssprecher Steffen Seibert verwies darauf, dass Polen 1953 „verbindlich und mit Wirkung für ganz Deutschland“ auf weitere Reparationszahlungen verzichtet und dies in späteren Jahren mehrfach bestätigt habe. Die derzeitige polnische Regierung unter Ministerpräsidentin Beata Szdylo stellt die Gültigkeit der Erklärung von 1953 in Frage und argumentiert, die damalige Führung in Warschau habe auf sowjetischen Druck hin gehandelt.

Der polnische Außenminister Witold Waszczykowski hatte die Forderungen auf etwa 840 Milliarden Euro beziffert, wobei er auch eine Höhe von einer Billion Euro für denkbar erklärte.

 

Quelle: Epochtimes