Die Versorgung von Kriegsflüchtlingen im Heimatland ist deutlich günstiger als in Europa. Dennoch fließt nicht genügend Geld, was bald schon zu einer erneuten Migrationswelle nach Europa führen dürfte.

Von Michael Steiner

 

Gegenüber der «Zeit» sagte der Direktor des UN-Welternährungsprogramms David Beasley im Interview, dass die mangelhafte Versorgung von Kriegsflüchtlingen dazu führen wird, dass sich diese auf den Weg nach Europa machen werden, weil sie sich dort eine viel bessere Versorgung erhoffen. Und es sind mehrere Millionen Menschen, die sich aus Afrika und dem Nahen Osten auf den Weg machen könnten.

 

Auf die Frage, ob sich die Geschichte wiederholt, nachdem vor der großen Migrationswelle 2015 ebenfalls beim Essen gespart wurde, sagte er: «Wir haben einen hohen Preis bezahlt für diesen Fehler – und ich befürchte, dass wir ihn gerade ein zweites Mal begehen. Das ist doch verrückt! Wir wissen, dass viele Flüchtlinge in ihrer Heimatregion bleiben wollen, zum Beispiel um schnell zurückkehren zu können, wenn es die Sicherheitslage erlaubt. Aber wenn sie nicht genug zu essen bekommen, werden sie sich auf den Weg machen. Und viele wollen dann nach Europa. Es gibt einen klaren Zusammenhang zwischen Hunger und Migration, das hat eine Studie ergeben, die wir gemacht haben.»

 

Allerdings betont auch Beasley, dass Nahrungsmittellieferungen das eigentliche Problem – nämlich Kriege und bewaffnete Konflikte – nicht stoppen. Man müsse vor allem diese beenden, weil dies «die Vorraussetzung für eine nachhaltige wirtschaftliche Entwicklung» sei. «Aber wenn ihr schon diese Konflikte nicht beenden könnt, dann gebt uns wenigstens das Geld, um die betroffenen Menschen mit dem Nötigsten versorgen zu können.»

 

Quelle: Contra Magazin

 

Метки по теме: ; ;