Der ehemalige US-Botschafter in Russland, Michael McFaul, hat während einer Veranstaltung an der Stanford University im US-Bundestaat Kalifornien den russischen Botschafter in Washington, Anatoli Antonow, getroffen und den Zustand der diplomatischen Beziehungen zwischen den zwei Ländern kommentiert.

McFaul stimmte Antonow zu, der zuvor zu einer Wiederaufnahme der Kontakte zwischen den russischen und US-amerikanischen Sicherheitsdiensten, Verteidigungsministerien und Parlamenten aufgerufen hatte. Der Amerikaner sei mit der Entscheidung von Kongressabgeordneten, ein Treffen mit Antonow abzulehnen, nicht einverstanden, und wolle seine Freunde im Parlament, darunter auch führende Demokraten, von diesem Entschluss abbringen.

„Ja, ich meine, dass man sich treffen muss. Ich unterstütze alle Kontakte. Ich spreche mit meinen Freunden in der Politik“, sagte McFaul der Agentur RIA Novosti.

Er habe den russischen Botschafter um Hilfe gebeten, die gegen ihn verhängten russischen Visa-Sanktionen aufzuheben. McFaul warte „mit Ungeduld“ auf eine Möglichkeit, Russland in der nächsten Zukunft zu besuchen.

„Ich habe viele Freunde in Russland. Ich habe mehrere Jahre in Russland gelebt“, so der Ex-Botschafter.

Er kommentierte die letzten Ereignisse in den US-russischen Beziehungen: die Sperrung diplomatischer Objekte Russlands in den USA sowie den Entzug der Akkreditierung des TV-Senders Russia Today (RT) und der Nachrichtenagentur Sputnik beim US-Kongress. Demzufolge sollen die USA erklären, aus welchem Grund Antonow verboten wurde, die gesperrten Objekte Russlands zu betreten.

„Wenn wir dieses Eigentum beschlagnahmen, dann müssen wir mindestens erklären, warum.“

Den Vorschlag russischer Abgeordneten, die US-Medien den Eintritt in Russlands Staatsduma als Gegenmaßnahme verwehren wollen, bewertete McFaul negativ: „Das ist schlecht, weil alle Medien eine Zulassung haben müssen.“

Das US-Justizministerium hatte Anfang September vom Betreiber des Fernsehsenders RT America gefordert, sich als Auslandsagent eintragen zu lassen. Infolgedessen hatte der US-Kongress die Akkreditierung für RT gestrichen. Der Kreml stufte diesen Schritt als Einschränkung der Arbeit der Medien und Verstoß gegen die Presse- und Meinungsfreiheit ein.

Im Herbst musste Russland nach US-Aufforderung sein Generalkonsulat in San Francisco sowie eine Kanzlei in Washington DC und eine konsularische Abteilung in New York City schließen.

Quelle: Sputnik

 

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