Der russische Experte Wladimir Kirejew hält einen friedlichen Ausgang der Konfrontation zwischen dem US-Präsidenten Donald Trump und seinen Gegnern nach den erneuten Vorwürfen gegen Trump, US-Senatoren zur Einstellung der Ermittlungen über die „russische Einmischung“ gedrängt zu haben für wenig wahrscheinlich.

Laut Kirejew ist das heutige politische US-Establishment eigentlich in zwei Gruppen geteilt.

Diese zwei Gruppen seien überparteilich und würden sich nicht ausschließlich auf die Demokraten oder Republikaner beschränken, so der Politologe. Einerseits seien es die Befürworter des bisherigen Kurses der USA und andererseits die Kräfte, die für eine „interne Revolution» oder eine „Revolution von oben» eintreten würden.

Die Letzteren würden sich für eine Neuindustrialisierung des Landes, den Abbau der Staatsausgaben und die Verbesserung der Beziehungen zu einer Reihe von Ländern, darunter auch zu Russland, einsetzen.

„Die Ermittlungen gegen Trump sind eine gemeinsame Diagnose, ein Anzeichen einer Spaltung des politische US-Establishments», sagte er einem Interview mit Sputnik. Diese Spaltung betreffe alle Schlüsselfragen wie: Wer sollte eigentlich Amerika regieren? Oder: Wie sollte die Innen- und die Außenpolitik der USA aussehen?

Der politische Kurs der Vereinigten Staaten, der in den zurückliegenden Jahren betrieben worden sei, führe die USA im Gegenteil zum Überstrapazieren ihrer Kräfte, zum Ausgabenwachstum und dem Abbau der Wirtschaftsbasis sowie zu einer Konfrontation mit einer Reihe von Ländern, vor allem mit Russland.

In dieser angespannten Situation werde Trump es kaum schaffen, sich mit seinen Gegnern über die Einstellung der Ermittlungen im Bereich der angeblichen „russischen Einmischung» zu verständigen, äußerte Kirejew, denn:

„Im Laufe von einem Jahr hat selbst die Gefahr des Zusammenbruchs des politischen Systems der USA die Gegner von Trump nicht aufgehalten, für die zum einen gute Beziehungen zu Russland total unannehmbar sind und die zum anderen glauben, dass Trump weg müsse».

Trump seinerseits beginne mit einer Gegenkampagne, die ebenfalls aus dem Rahmen der traditionellen Spielregel des US-Systems falle: „Er betreibt eine Informationspolitik, die seine Opponenten total aus dem politischen Leben verdrängen soll», sagte der Politologe.

Zwar habe Trump in den ersten zwölf Monaten seiner Präsidentschaft keine Erfolge erzielen können, gewöhne sich jedoch auf seinem Posten ein: „Vor allem entlässt er Leute von politischen Posten. Er hat bereits den FBI-Chef James Comeyentlassen, er ersetzt allmählich die Richter, jetzt ist die CIA an der Reihe».

Schließlich müsse eine der Parteien in diesem internen Konflikt die Oberhand gewinnen, betont der Politiologe: „Wenn Trump siegen würde, würde das einen totalen Wechsel der politischen Elite in den USA und gleichzeitig eine Änderung des außenpolitische Kurses bedeuten. Die Chancen, dass diese Konfrontation innerhalbe des US-amerikanischen politischen Systems friedlich enden könnte, sind verschwindend gering. Alle Chancen stehen dafür, dass in den USA eine richtige „interne Revolution» passieren wird», sagte der Politologe abschließend.

Zuvor hatte die Zeitung „The New York Times» unter Verweis auf zahlreiche Quellen berichtet, der US-Präsident habe bereits im Sommer mehrere US-Senatoren direkt oder indirekt aufgefordert, die Ermittlungen über die angebliche russische Einmischung in die US-Präsidentschaftswahl einzustellen.

Die Ermittlungen zu Russlands angeblicher „Einmischung in die amerikanischen Wahlen» sowie zu mutmaßlichen Verbindungen des Präsidenten Donald Trump zu Russland laufen gegenwärtig im FBI und im Kongress der USA. Zum Sonderstaatsanwalt für diese Ermittlungen wurde der Ex-FBI-Chef Robert Mueller ernannt. Sowohl der Kreml als auch das Weiße Haus weisen die erhobenen Beschuldigungen zurück. Der Sprecher des russischen Präsidenten, Dmitri Peskow, nannte sie „absolut unbegründet». Trump erklärte ebenfalls mehrmals, es habe keine „Bündelei» mit Moskau gegeben.

Quelle: Sputnik

 

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