US-Präsident Donald Trump hat wegen angeblicher Verstöße gegen den INF-Abrüstungsvertrag neue Sanktionen gegen Russland bewilligt, wie die Zeitung „Politico“ unter Berufung auf einen hochrangigen Vertreter der amerikanischen Administration berichtet.

Das US-Handelsministerium erwägt demnach Sanktionen gegen russische Unternehmen, die sich mit der Entwicklung von neuen Raketentechnologien beschäftigen. Ziel der neuen Einschränkungen sei es, „Wirtschaftspläne der russischen Regierung zu ändern“.

Zuvor hatte das US-Außenministerium erklärt, dass Russland angeblich den Vertrag verletzt habe und dazu nicht Stellung nehmen wolle.

In letzter Zeit gab es immer wieder Vorwürfe seitens Washingtons, Russland würde gegen den INF-Vertrag verstoßen. 2008 soll ein angeblich vertragswidriger Test mit einer russischen Langstreckenrakete erfolgt sein. Einem weiteren Vorwurf vonseiten der USA zufolge hat das russische Militär angeblich in Wolgograd und anderen Regionen Raketensysteme stationiert, die Kontinentaleuropa gefährden. Russland wirft wiederum den USA vor, für das Raketenabwehrsystem in Polen und Rumänien Startgeräte für schiffsgestützte Marschflugkörper zu verwenden, was der INF-Vertrag verbietet.

Am 8. Dezember 1987 war der INF-Vertrag zwischen der Sowjetunion und den USA unterzeichnet worden. Er hatte die beiderseitige Vernichtung sowie den Produktionsstopp von nuklearen Mittelstreckenraketen zum Ziel.

Drei Jahre später erfüllten beide Seiten die Forderungen des INF-Vertrags. Moskau vernichtete insgesamt 1846 Raketenkomplexe, insbesondere mobile Startanlagen für Raketen mit Mehrfach-Sprengköpfen, stationäre Raketen R-12 und R-14, Marschflugkörper RK-55 sowie operativ-taktische Komplexe Temp-S und Oka. Die Amerikaner vernichteten im Gegenzug 846 Raketenkomplexe mit Raketen Pershing-2, Marschflugkörpern Tomahawk und operativ-taktischen Raketen Pershing-1A.

In Russland werden manchmal die Bedingungen des INF-Vertrags kritisiert, weil die Sowjetunion fast drei Mal so viele Raketen und mehr als die dreifache Menge an Sprengköpfen entsorgen musste. Zudem verfügen aktuell vier Länder mit Atomwaffen über Kurz- und Mittelstreckenraketen, die Russland nicht mehr besitzt.

Quelle: Sputnik

 

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