Ein großer Teil des russischen Exportgases wird über Pipelines auf ukrainischem Territorium in den Westen transportiert, die somit von großer energiepolitischer Bedeutung für ganz Europa sind. Nun hat der ukrainische Vizeminister für die okkupierten Regionen, Jurij Grymtschak, eine brisante Aussage über einstige Pläne Kiews gemacht.

Laut Grymtschak hatte die ukrainische Regierung in den Anfängen der Ukraine-Krise in den Jahren 2014-2015 die Pläne gehabt, die russischen Pipelines, die Erdgas nach Europa transportieren, zu sprengen. Dies erklärte er in einer Sendung des Kiewer Fernsehsenders Zik.

„Glauben Sie, es hat keine Pläne gegeben, das (russische – Anm.d.Red.) Gaspipelinesystem von unserer Seite zu sprengen? (…) Ich rede hier über Staatspläne“, zitiert die Nachrichtenagentur „RIA Nowosti“ den Politiker.

Diese Pipelines seien einer der wenigen Faktoren, die eine massive Ausweitung der Kriegshandlungen verhindert hätten. Genau deshalb tue Russland auch „alles“, um andere Transportwege „in Umgehung der Ukraine“ zu bauen, so Grymtschak.

Damit bezog sich der Vizeminister sichtlich auf die deutsch-russischen Energieprojekte„Nord Stream“ und „Nord Stream 2“, die den direkten Transit von russischem Gas nach Deutschland, und somit in die EU, gewährleisten sollen.

Kiew befürchtet in diesem Zusammenhang den Verlust der für das gebeutelte Staatsbudget wichtigen Transitgebühren sowie des politischen Einflusses als das einst wichtigste Gastransitland zwischen Russland und der EU.

Das Projekt „Nord Stream 2“ sieht die Verlegung von zwei weiteren Pipelinesträngen bis zur deutschen Küste vor. Die Gesamtkapazität der Pipeline soll 55 Milliarden Kubikmeter Gas im Jahr erreichen.

Sie soll neben der bereits funktionierenden Nord-Stream-Pipeline auf dem Meeresgrund der Ostsee verlegt werden.

Die Route führt insbesondere durch die ausschließlichen Wirtschaftszonen Russlands, Finnlands, Schwedens, Dänemarks und Deutschlands.

Quelle: Sputnik

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