Die japanische Regierung will im Jahre 2019 einen Fortschritt bei der Lösung des langjährigen Territorialstreits mit Russland erreichen, wie die Zeitung „The Japan Times“ berichtet.

Dafür plane Japan, im Mai 2019 den russischen Präsidenten Wladimir Putin zu bilateralen Verhandlungen über die Kurilen-Inselkette einzuladen. Japan rechnet demnach damit, einen Fortschritt in diesem Territorialstreit zu erreichen.

Die Zeitung verwies darauf, dass der letzte Japan-Besuch des russischen Präsidenten Wladimir Putin, der als mögliche Wende im Territorialstreit gegolten habe, im Jahre 2016 stattgefunden hatte. Seitdem soll es keine wesentlichen Veränderungen gegeben haben. Die beiden Seiten haben sich demnach geeinigt, gemeinsame Wirtschaftsprojekte auf den Inseln durchzuführen, ohne rechtliche Nuancen der Frage nach deren Zugehörigkeit aufzuwerfen.

Außerdem solle Russlands Präsident im Jahre 2019 Japan besuchen, um am G20-Gipfeltreffen teilzunehmen. Das Datum des Gipfels sei bislang nicht bekannt. Der geplante Besuch zeigt somit laut dem Blatt, dass die japanische Seite keine Zweifel daran hat, wer die bevorstehenden Präsidentschaftswahlen in Russland gewinnen wird.

Laut einer Regierungsquelle soll der Territorialstreit gelöst werden, „solange Putin, der in seinem Land stabile Unterstützung hat, an der Macht ist“.

Der japanische Premier Shinzo Abe hofft dem Blatt zufolge darauf, dass sein Russland-Besuch im Rahmen des Östlichen Wirtschaftsforums sowie der Japan-Besuch des russischen Staatschefs im Jahre 2019 dazu beitragen können, dass die wirtschaftlichen Projekte auf den Kurilen beginnen. Die Frage, ob die wirtschaftliche Kooperation zur Unterzeichnung eines Friedensvertrages führen könne, sei aber offen.

Anfang September dieses Jahres hatten sich dann der russische Präsident Wladimir Putin und der japanische Premier Shinzo Abe auf die Intensivierung der Zusammenarbeit im Bereich der Förderung von Erdöl, Erdgas und anderen Energieressourcen, der Einrichtung von Flughäfen und Häfen sowie der Weiterentwicklung der Landwirtschaft im Fernen Osten verständigt.

Die Kurilen sind eine etwa 1200 Kilometer lange Inselgruppe zwischen Russland und Japan. Nach dem Zweiten Weltkrieg fiel der gesamte Inselbogen der Sowjetunion zu, was völkerrechtlich festgehalten wurde. Japan hält die südlichen Kurilen-Inseln für unrechtmäßig besetzt und fordert deren Rückgabe. Bis heute gibt es deshalb keinen Friedensvertrag zwischen Russland und Japan.

Quelle: Sputnik

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