Ex-Premierminister Tony Blair und Ex-UKIP-Chef Nigel Farage fordern eine erneute Brexit-Abstimmung ein. Ihre Motive unterscheiden sich jedoch deutlich.

Von Marco Maier

Angesichts der anhaltenden Dispute rund um den Austritt Großbritanniens sprechen sich die beiden britischen Ex-Politiker Tony Blair und Nigel Farage für eine erneute Brexit-Abstimmung aus, um so die Fronten zu klären. Beide werfen Premierministerin Theresa May vor, bei den Verhandlungen mit Brüssel die britischen Interessen zu verraten.

So sagte beispielsweise Nigel Farage, der als UKIP-Chef einer der stärksten Befürworter eines EU-Austritts Großbritanniens war, dass die Premierministerin den Brexit sabotieren würde. Zudem glaubt er auch, dass die Befürworter des EU-Austritts weiterhin die Mehrheit stellen würden und wahrscheinlich sogar deutlich mehr Stimmen erhielten als beim ersten Referendum.

Aber auch der ehemalige Premierminister Tony Blair (Labour), der selbst wegen des Irakkriegs und den dortigen Kriegsverbrechen im medialen Fokus steht, befürwortet einen zweiten Wahlgang. «Wir haben das Recht, unsere Meinung zu ändern, sobald wir die Folgen dieser Entscheidung abschätzen können», schreibt Blair in einem Gastbeitrag für die «Rheinische Post».

Er selbst wirft May vor, einen Deal mit Brüssel anzustreben, bei dem sie den Vollzug des Brexits verkünden könne, doch man werde in Wirklichkeit «aber nur erreichen, dass wir in der EU nicht mehr mitreden dürfen. Gerade seine Labour Party solle sich klar gegen den EU-Austritt positionieren, «anstatt nur eine andere Form des Brexits zu befürworten», so Blair. Er hofft hierbei darauf, dass so auch eine Reform der EU eingeläutet werden könnte.

Quelle: Contra Magazin 

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