Nach den jüngsten Attacken auf den russischen Luftwaffenstützpunkt Hmeimim in Syrien wirkt die Frage besonders aktuell: Wie gestaltet sich eigentlich die Bewachung der Basis? Die russische Wochenzeitung „WPK“ geht ins Detail.

Wie das Blatt erläutert, beherbergt Hmeimim nicht nur den russischen Stützpunkt, sondern fungiert nach wie vor auch als ziviler Flughafen. Es gibt ein dafür geeignetes Passagierterminal.

„Bei der Errichtung des Flughafens hatten die syrischen Behörden sich wenig Gedanken über seine Sicherheit gemacht. Er liegt außerhalb der Stadt Latakia und ist von zahlreichen Agrarbetrieben, Siedlungen und Fabriken umgeben. Im Norden beginnt eine Berglandschaft, wo man problemlos bequeme Stellungen finden kann, um den Flugplatz zu beobachten und unter Beschuss zu nehmen“, heißt es im Artikel.

Obwohl der Flughafen als international galt, war er, so der Bericht, nie für die Aufnahme einer großen Zahl von Flugzeugen geeignet. Innerhalb von zwei Jahren bauten die russischen Militärs den Stützpunkt deutlich aus: Es entstanden zusätzliche Stellplätze, Rollbahnen und weitere Anlagen. Die geringe Geräumigkeit des Flughafens ist aber nach wie vor ein Problem.

Nach Angaben des Blattes gibt es derzeit in Hmeimim drei Stellplätze für russische Flugzeuge. Der erste davon beherbergt Maschinen des Typs Su-24, Su-34, Su-25, Su-30 und Su-35. Daneben ist eine Wartestelle platziert. Zwei weitere Stellplätze sind jeweils für Jagdflugzeuge sowie für Militärtransport- und Radarflugzeuge geeignet: „Außerdem haben die russischen Militärs einen Stellplatz für Hubschrauber von Grund auf errichtet. Das ist faktisch ein neuer Flugplatz mit mehreren miteinander verbundenen Abdeckungen, einem Vorfeld und einer Start- und Landebahn.“

Von Anfang an trafen die Russen dem Bericht zufolge Maßnahmen, um Granat- und Raketenangriffe zu verhindern: „Das Bewachungs- und Verteidigungssystem des russischen Hauptstützpunktes in Syrien wird selbstverständlich geheim gehalten. Wenn man aber die Medienberichte und Fotos analysiert, könnte man vermuten, dass dieses System aus drei Ringen besteht. Den ersten macht die eigentliche Luftwaffenbasis mit ihrem unmittelbaren Umkreis und mit Kontrollpunkten aus. Dort ist die russische Militärpolizei im Einsatz – sie patrouilliert entlang der pioniertechnischen Sperren und auf dem Gelände, überprüft aber auch Transportgüter an den Checkpoints.“

„Bei dem zweiten Ring handelt es sich um Stellungen im Radius von mehreren Kilometern. Wahrscheinlich operieren dort russische Marineinfanteristen, Fallschirmjäger und möglicherweise auch Panzergrenadiere. Eine Verstärkung bieten Einheiten mit T-90-Panzern, die in der Lage sind, nicht nur Ziele aus großer Distanz zu treffen, sondern auch Objekte nachts und bei schlechtem Wetter zu orten. Mit großer Wahrscheinlichkeit sollen diese Stellungen jene Punkte blockieren, von denen aus Boden-Luft-Raketen gegen Flugzeuge abgefeuert werden können“, so der Bericht weiter.

Wie das Blatt vermutet, machen mobile Gruppen von Spezialkräften den dritten Ring aus, um mögliche Angreifer und deren Verstecke im Radius von mehreren Dutzend Kilometern zu entdecken:

„Dem zweiten und dem dritten Ring leisten Hubschrauber Unterstützung – sie absolvieren Patrouillenflüge, suchen verdächtige Gegenstände und schlagen bei Bedarf zu.“

Zum Einsatz kommen, wie die Zeitung berichtet, auch Flugabwehrsysteme wie Panzir, um bei einem Angriff anfliegende Raketen abzuschießen. Instrumente der funktechnischen Aufklärung sollen Funkkontakte von Dschihadisten aufdecken. Systeme der elektronischen Kampfführung finden Anwendung, um die gegnerische Kommunikation und GPS-Signale zu stören.

Quelle: Sputnik

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