Die staatliche Militärzeitung der chinesischen Volksbefreiungsarmee warnt vor einem baldigen Krieg und stimmt sich auf Präsident Xi ein.

Von Marco Maier

«Der Krieg ist nicht weit von uns entfernt. Die regionalen Situationen um China herum sind komplex und instabil, und Gefahren verstecken sich unter dem Frieden. China kann sich eine militärischen Fehlschlag nicht leisten, weshalb wir uns einer potentiellen Krise völlig bewusst, sowie jederzeit für die Schlacht vorbereitet sein müssen. Wenn das Land zu einer großen militärischen Macht avanciert, wird es auch in eine Periode mit großen Risiken für die nationale Sicherheit eintreten», so die offizielle Zeitung der Volksbefreiungsarmee laut der chinesischen «Global Times«.

Angesichts dessen, dass Chinas Staatspräsident, Xi Jinping, bereits zu Neujahr die Volksbefreiungsarmee dazu aufforderte, für den Krieg bereit zu sein und den Tod nicht zu fürchten, darf man davon ausgehen, dass Peking eine baldige militärische Eskalation in der Region befürchtet. Ob es sich hierbeit nun um den Korea-Konflikt handelt, die Grenzdispute mit Indien, oder aber auch das strittige Thema Südchinesisches Meer mit den Territorialstreitigkeiten, muss sich noch zeigen.

Auf jeden Fall muss man die ganzen Entwicklungen in der Region weiterhin im Auge behalten, zumal Washington derzeit an einer pazifischen Allianz mit Indien (plus Japan, Südkorea und Australien) arbeitet, welche vor allem der Einkesselung des Reichs der Mitte dient und unter Umständen auch noch andere Länder in der Region in kriegerische Auseinandersetzungen ziehen könnte. Vor allem jedoch baut sich gerade im Grenzgebiet zwischen China, Indien und Bhutan am Himalaya eine enorme militärische Drohkulisse auf, die jederzeit eskalieren könnte. Wenn man da noch die verstärkte Zusammenarbeit zwischen den Chinesen und den Pakistanis (auch im Zuge der «Neuen Seidenstraße») berücksichtigt, sollte man aufmerksam sein.

Die Warnungen vor einem baldigen Krieg durch die chinesische Führung sollte man ohne Zweifel ernst nehmen, zumal sie zwar einerseits passiv sind und kein Feindbild nennen, andererseits jedoch auch mit umfangreichen Trainingsmaßnahmen für alle Waffengattungen der Volksbefreiungsarmee einhergehen. Militärübungen, die auch direkt an der umstrittenen Grenze am Doklam-Plateau im Himalaya-Gebiet stattfinden, wo es in den letzten Monaten schon mehrfach zu Auseinandersetzungen zwischen chinesischen und indischen Truppen kam.

Quelle: Contra Magazin

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