Viereinhalb Monate vor der mexikanischen Präsidentschaftswahl wartet der als haushoher Favorit geltende Andrés Manuel López Obrador nach eigenen Worten auf einen „Goldtransport aus Russland“. Mit diesem offenbar ironisch gemeinten Statement reagierte der 64-jährige Politiker auf die Vorwürfe aus den USA, von Russland unterstützt zu werden.

Am Donnerstag veröffentlichte der linke Präsidentschaftskandidat ein Video, das ihn am Kai von Mexikos größtem Atlantikhafen Veracruz zeigt.

„Ich bin am Hafen von Veracruz und warte auf ein russisches U-Boot, das mir Gold aus Moskau bringen soll“, sagt Obrador in dem Video. „Ich heiße jetzt Andrés Manuelowitsch“, fügt er lachend zu.

Mexiko wird am 1. Juli seinen Präsidenten wählen. In den Umfragen liegt Obrador klar vorne. Unter anderem das Versprechen, den Drogen-Krieg in Mexiko zu beenden, hat den Linkspolitiker an die Spitze der Wählergunst geführt.

Im Dezember hatte Herbert McMaster, Sicherheitsberater von US-Präsident Donald Trump, geäußert, er erkenne schon „Anzeichen einer russischen Einmischung“ in die Mexiko-Wahl. Enrique Ochoa, Chef der mexikanischen Regierungspartei PRI, erklärte seinerseits, Medien hätten russische und venezolanische Interessen hinter Obrador „dokumentiert“.

Obrador selbst bestreitet jede Beziehung zu Russland und zu den USA. Zuvor hatten bereits US-Politiker Russland eine Einflussnahme auf die jüngsten Wahlen in den USA, Frankreich, Großbritannien und sogar in Deutschland vorgeworfen und versucht, Moskau für das Unabhängigkeitsreferendum in Katalonien verantwortlich zu machen. Beweise wurden keine präsentiert. Die russische Regierung wies die Anschuldigungen als haltlos zurück.

Quelle: Sputnik