Litauens Premierminister Saulius Skvernelis hat in einem Interview mit dem nationalen Rundfunk und Fernsehen (LRT) die Erklärungen litauischer Propagandisten in Bezug auf Russland kritisiert, wie Sputnik Lietuva berichtet.

Skvernelis berief sich in diesem Interview auf die jüngste Umfrage des Unternehmens RAIT, laut der sich mehr als die Hälfte der Litauer für die Wiederherstellung der politischen Beziehungen zu Russland ausgesprochen haben. Der litauische Regierungschef verglich die von Vilnius betriebene russlandfeindliche Propaganda mit der russischen.

„Die Erklärungen unserer Propagandisten unterscheiden sich in nichts von der Propaganda der anderen Seite. Die Ergebnisse der heutigen Umfrage haben gezeigt, wie viele Menschen dem zustimmen, dass wir gewisse Kontakte brauchen (nicht in der Freundschaft oder in freundschaftlichen Beziehungen). Ich vermute, es sind 52 Prozent. Was ist das – erneut eine ‚nicht richtige‘ Umfrage, eine ‚diskreditierende‘ Umfrage? Oder vielleicht lohnt es sich trotzdem, der Meinung der Menschen Gehör zu schenken?“, so der Premierminister.

Skvernelis rief auch dazu auf, Andersdenkende nicht als „Kreml-Agenten“ zu bezeichnen.

„Es darf nicht sein, dass, wenn ein Mensch einen anderen Standpunkt äußert, der keinem gefällt, er sofort mit Beschuldigungen wie ‚Kreml-Agent‘ und so weiter —überhäuft wird“, klagte der Politiker.

Saulius Skvernelis hatte zuvor die Meinung geäußert, dass Russland und Litauen die im Jahr 2014 unterbrochenen Kontakte wiederaufnehmen sollten. Diese Idee des Politikers hatte die Präsidentin des Landes, Dalia Grybauskaite, kritisiert. Sie bezeichnete diesen Vorschlag als „unzweckmäßig und verantwortungslos“.

Quelle: Sputnik

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